Samstag, 27. Dezember 2008

Weihnachten 2008

Auch 7000km von zu Hause entfernt hören sich Sitten und Bräuche nicht auf. Zumindest nicht bei mir. Die letzten Wochen waren von Weihnachten und den Vorbereitungen hierfür geprägt – wenn gleich auch die ganze Angelegenheit weitaus weniger stressig ausfiel als vergleichsweise in Wien. Zum Einen wird man im Fernsehen nicht die ganze Zeit von Weihnachtswerbung belästigt, de facto eigentlich gar nicht. Ist auch nicht wirklich verwunderlich. Weihnachten hat in China keine Tradition und wird lediglich von den Westlern hier zelebriert. Natürlich gibt es in Kaufhäusern eigene Weihnachtsabteilungen und Tonnen von Weihnachtsschmuck und Lichterketten, jedoch ist das hier wohl auch eher aus Kommerzgründen heraus.

Da Peking mit seinem trockenen und smogigen Klima alles andere als eine romantische Weihnachtsatmosphäre liefert musste ich mir etwas einfallen lassen wie ich mich so schnell wie möglich in Wehnachststimmung bringen kann. Ich weiß nicht, in Wien ging mir Weihnachten eigentlich immer mehr auf die Nerven als dass es mir Freude bereitete. Vmtl. V.a. wegen des ganzen Trubels um dieses Fest. In den letzten Jahren war es für mich immer schwieriger in diese Festtagsstimmung zu kommen. Als ich klein war war isch schon in den letzten Novembertagen aufgeregt, mittlerweile bin ich es nicht mal mehr am 24. selbst. Das sollte dieses Jahr anders werden – trotz mehr als 7000km Distanz zur vertrauten Heimat.

So begann ich Anfang Dezember mich auf die Suche nach einem Adventkranz zu machen – vergeblich. Doch pünktlich zum ersten Advent hatten die Johanna und ich dann selbst einen Adventkranz gebastelt, einfach ein paar Tannenzweige vom Unicampus genommen, 4 Kerzen im Supermarkt gekauft und etwas Alufolie zusammengerollt und um den Kranz gebunden – als Silberelement. Am 2. Advent wurde dann der Weihnachtsbaum gekauft. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es ein Plastikexemplar mit Lichterkette ist, aber echte Bäume gibt’s hier einfach nicht zu kaufen. Dafür denken die Chinesen viel zu pragmatisch. „Warum sollte ich mir einen echten Baum kaufen, den ich dann nach einem Monat wegschmeißen muss, wenn ich im Supermarkt um einen Bruchteil des Geldes einen ebenso schicken Plastikbaum bekomme, den ich noch dazu jedes Jahr wieder verwenden kann?!“

Somit waren mal die klassischen Weihnachtsutensilien beschafft und langsam kehrte bei mir zu Hause Weihnachtsflair ein. Ebenfalls ab dem 2. Advent gab es bei mir wöchentlich mind. 2 Punsch Parties, bei denen ich allen Nichtösterreichern dieses tolle Getränk vorstellen konnte. Leider war und ist so ein Punschabend sehr kompliziert und kostpielig, weil man die Hälfte der benötigten Zutaten hier entweder nicht bekommt oder sauteuer as Importware kaufen muss. Das beginnt schon mal beim Wein, da der billigste Suffwein im Supermakrt nicht unter 5€ zu haben ist. Des weiteren ist dunkler Rum nirgends erhältlich, weißen Rum gibt’s nur in Form von Bacardi zum Preis von 15€ die Flasche (mehr als doppelt so viel wie bei uns). Sachen wie Zimt sind nur sehr schwer zu bekommen, Gewürznelken …häh? Das steht nicht mal in meinem Deutsch-Chinesisch Wörterbuch. Somit war Improvisieren angesagt, aber nichts desto trotz hat es allen jedes mal vortrefflich geschmeckt.Letzten Endes hab ich mir dann noch Lichterketten gekauft (ja ich weiß, kitschig), aber um grad mal 1€ pro 5 Meter Kette musste ich einfach zuschlagen. Damit wurde nun auch die ganze Wohnung geschmückt.

Am Christtag selbst kam leider erst mäßig Stimmung auf, da ich nach wie vor Uni und nicht wie in Österreich Weihnachtsferien habe. Sprich ich war zu Weihnachten mehr oder weniger gezwungenermaßen auf der Uni, da wir demnächst Prüfungen haben. Es war aber auch irgendwie total unsinnig, weil man sich sowieso nicht konzentrieren konnte. Die ganze Zeit hat man an Weihnachten bzw an alle Freunde und Verwandte zu Hause gedacht. Selbst einer unserer Klassenbesten konnte auf Fragen des Lehrers nicht antworten. Offensichtlich den Tränen nahe brachte er nur heraus dass er einfach mit seinem Kopf woanders sei, bei seiner Familie zu Hause. Aber die Lehrer hatten wenigstens volles Verständnis. Generell war die Uni in den letzten Tagen vor Weihnachten wie ausgestorben da doch ziemlich viele Leute über Weihnachten nach Hause geflogen waren. Heute waren wir zB gerade mal 5 Leute in der Klasse, obwohl wir 21 Klassenschüler haben.

Am Nachmittag nach der Uni hieß es dann für mich Wohnung für die Weihnachtsfeier vorbereiten. Dabei hab ich mal gleich im Vorbeigehen den Christbaum mitsamt seiner ganzen Beschmückung mgeschmissen woraufhin der Christstern abgebrochen ist. Man muss aber auch dazu sagen, dass der Baum nur in einer Bierflasche steht (weil der Standfuß gefehlt hat) und dementsprechend instabil ist. Dann hab Wäsche gewaschen und hab auf die waschende Waschmaschine den Porzellandeckel der Klospülanlage gelegt. Der Deckel ist vom WC entfernt, weil der sonst auf einen Spülteil drückt und somit die ganze Spülwanne des Klos permanent zum Überlaufen bringt. Gut. In der Zwischenzeit hab ich im Vorzimmer und in der Küche die restliche Weihnachtsbeleuchtung aufgehängt – mit simplen Tixo. Was zur Folge hatte, dass das natürlich gar nicht gehalten hat und ich alles immer doppelt und dreifach kleben musste damit alles hält. Ich möchte gar nicht wissen wieviel Meter Tixoband ich dabei verbraucht hab. Kaum bin ich mit dem Tixo Kleben fertig höre ich einen unglaublichen Krach, irgendetwas ganz Großes geht in Brüche, in meiner Wohnung. Zuerst dachte ich mir, dass vl eine der viele Falschen in der Küche auf den Boden efallen ist. Fehlanzeige. Es war der Porzellandeckels meiner Spülautomatik vom Klo, der während des Schleuderganges von der Waschmaschine durch die Vibrationen von der Waschmaschine gewandert ist und am Biden in 100 Sücke zerbrochen ist. Gott sei Dank hatte ich soviel Glück, dass die Fließen auch nicht gesprungen waren. Trotzdem, ich kam mir echt vor wie im Film „Hilfe es weihnachtet sehr“, doch letztendlich ist alles gut gegangen. Zuerst bin ich mit ein paar Freunden in ein Restaurant um die Ecke gegangen wo wir Peking Ente und andere chines. Spezialitäten gegessen haben. Danach gings zu mir nach Hause um bei Lichterketten- und Adventkranzkerenlicht Punsch zu trinken begleitet von den Wiener Sängerknaben. Österreichische Kultur auf der andren Seite der Welt. Summa Summarum waren wir ca ein Dutzend Leute und es war sehr nett!

Heute hatte ich auch schon meine erste Prüfung, ist gut gegangen. Die restlichen Prüfungen sind vom 5-7. Jänner, danach geht’s am 9. Jänner bereits für 2 Wochen nach Japan. Werde dort entgegen meinen ursprünglichen Plänen mit einer kürzlich kennen gelernten Indochinesin hinfahren, da sie zufällig zur selben Zeit im Land ist wie ich, und unter anderem meinen guten alten Bundesheerkameraden Daniel besuchen sowie natürlich das Land selbst besichtigen. Aber auch ansonsten ist mir derzeit nicht langweilig, denn neben dem Prüfungsstress hab ich derzeit auch Besuch von Anna, Andrea, Basti und Lisi bekommen, die über Neujahr dableiben. In diesem Sinne wünsche ich euch allen Frohe Weihnachten aus Peking und falls es sich nicht mehr für einen neuen Eintrag in den kommenden Tagen ausgeht auch gleich einen guten Rutsch ins Jahr 2009!

Dienstag, 9. Dezember 2008

Balsam für meine europ. Seele

Die letzten Wochen waren recht stressig und es ist viel passiert, deswegen konnte ich nichts hier updaten.

Großes Thema zu Beginn: Der Winter hat nun endgültig begonnen, zumindest hier bei uns im nördlichen Beijing. Plus Grade gibt es schon seit ca einer Woche nicht mehr, nicht mal zu Mittags, die Temperaturen erreichen im besten Fall untertags Minus 5 Grad, durchnschnittlich aber Minus 10 Grad – begleitet von eisigem Wind. Letzten Donnerstag hatten wie die bisher tiefste Temperatur des heurigen Winters: -13 Grad und Windgeschwindigkeiten von mehr als 12m/s, hat sich also irgendwie wie -20 Grad angefühlt.

Ausgerechnet an diesem Tag mussten wir natürlich Ski Fahren gehen, ja, richtig gelesen, das ist in China möglich, wenn auch nicht auf dem Standard, den wir von Österreich aus gewohnt sind. Konkret handelte es sich bei dem Skigebiet um einen Hügel (nicht übertrieben!), der ca 1,5 Stunden per Bus von Peking entfernt ist. Ich hab mir das Ganze im Nachhinein noch auf der Karte angeschaut, der Hügel hatte eine Seehöhe von 400m, die Talstation lag auf 150 Metern. Es gab 2 Pisten (eigentlich gabs mehr, aber nur auf 2 Pisten waren die Schneekanonen eingeschalten), eine blaue und eine rote Piste. Es gab auch eine „schwarze“ Piste, die hatte jedoch wie gsagt noch keinen Kunstschnee, da letzte Woche erst Saisoneröffnung war. Dementsprechend günstig waren auch die Tickets. Gerademal umgerechnet 8€ haben wir gezahlt, darin inkludiert waren aber Transport zum Skigebiet, Tageskarte und Zeug ausleihen. Auch wenn das Skigebiet im Prinzip wirklich mehr als simpel war, war es doch mal lustig wieder auf den Skiern zu stehen, v.a. wenn man aus Österreich kommt und sonst NIEMAND skifahren kann. Zumindest 90% der Leute nicht. Ich war mit ein paar Freunden, waren auch ein paar Chinesen dabei, und von unsrer Gruppe sind im Endeffekt 50% noch nie auf Skiern gestanden. Ich weiß nicht,das klingt für uns Österreicher wirklich so eigenartig, wenn jemanden sagt, dass er noch nie auf Skiern gestanden ist, aber zB in China oder in Mexiko hat man ja nicht die Möglichkeit dazu. Naja auf jeden Fall war der Tag sehr unterhaltsam und ich hab mich wieder mal gefreut nach 4 Jahren (Bundesheer Alpinwoche zählt nicht) auf Skiern zu stehen, was ich mir ja in Österreich den horrenden Ticketpreisen sei Dank abgewöhnt habe. Am Nachmittag war es dann leider wirklich sehr kalt, da plötzlich starker Wind aufkam und die Sonne auch schon langsam unterging. Somit mussten wir leider um 15 Uhr aufhören die Piste runterzusausen, da man nicht nur auf dem Gipfel, sondern auch auf dem Sessellift jedes mal zum Eiszapfen wurde. Wie auch immer, für 8€ hat es sich allemal gelohnt.

Eine Woche davor sind wir noch als kleine Viererrunde nach Tianjin gefahren, eine Stadt, die ca 200 km von Beijing entfernt an der Meeresküste liegt. Der ursprüngliche Plan war, dass wir am Abend dort ankommen, uns ein bisschen die Stadt anschauen, essen gehen und danach diverse Lokale unsicher machen. Zunächst also mit dem Highspeedtrain nach Tianjin, 200 km mit 350km/h in 25 Minuten, kann man sich nicht beschweren. Anfangs wars dann etwas frusrierend, da wir nicht wirklich wussten, was man sich denn so in Tianjin ansehen kann. Haben uns dann mal am Bahnhof gleich ein Taxi genommen und den Taxler gefragt was man sich so ansehen kann. Der hat uns dann in ein wirklich schönes Viertel gebracht, wo alle Häuser im europäischen Baustil gebaut waren, also kein Flachdach, kleine Vorgärten etc. Das war wie Balsam für meine europäische Seele. Danach sind wir dann noch zur Einkaufsstraße gefahren, haben ein bisschen gebummelt und Abend gegessen und haben dank Auskunft eines der wenigen Westlern auf der Straße herausgefunden wo eine Studentenbar ist. Dort hinzukommen gestaltete sich jedoch leider etwas kompliziert. Zunächst nahmen wir uns ein Taxi, fragten den Fahrer ob er das Lokal kennt, er bestätigte das. Jedoch stellte sich nach ca 2 Minuten heraus, dass der Typ keine Ahnung von irgend etwas hatte und alle 4 Blöcke am Straßenrand stehen blieb um irgendwelche Taxlerkollegen zu fragen. Wenigstens war er ein ehrlicher Typ und hat uns im Endeffekt nur den Startpreis vom Taxameter verrechnet ohne den Kilomemter- und Standzeitkosten. Im Endeffekt nach weiß ich wie oft fragen hat ers dann offensichtlich gewusst und uns in irgendeiner dunklen verlassenen Seitengasse abgesetzt mit der Aufforderung, dass wir ins drittletzte Gebäude der Straße gehen sollten, dort ist dann das Lokal. Gutgläubig wie wir waren stiegen wir aus und bezahlten, gingen dann seinen Anweisungen nach um im Endeffekt drauf zu kommen, dass wir „in the middle of nowhere“ waren. Denn nicht nur, dass das gesamte Viertel überhaupt nichts mit einem Barviertel gemeinsam hatte, es war auch totenstill. Somit war klar, dass uns der Taxifahrer einfach irgendwo abgesetzt hat, vmtl weil er nicht zugeben wollte, dass er keine Ahnung hat wo das Lokal ist, auch nicht nach 100 mal fragen. Gut. Somit hatten wir keine Ahnung wo wir waren, das ganze in einer fremden Stadt und weit und breit keine Menschenseele. Gut, also beschlossen wir zur nächstgrößeren Straße zurückzugehen um ein Taxi zu mieten, auf dem Weg dorthin begegneten wir jedoch einem Anrainer und fragten diesen, ob er besagte Bar kennt. Und tatsächlich! Die Bar war im Endeffekt in dieser verlassenen Straße, man musste dafür jedoch in ein Wohnhaus hineingehen, da sich das Lokal im dortigen Keller befand. Gut damit war das Problem gelöst und der eben noch von uns verteufelte Taxifahrer in den Rang Gottes aufgestiegen. Nachdem wir in der Bar einige Zeit verbracht hatten gingen wir dann noch in einen Club, wo wir bis knapp nach 3 Uhr verweilten.

Dann hieß es zurück zum Bahnhof um den Nachtzug nach Beijing zu erwischen. Der nächste fuhr um 3:40 Uhr. Nachdem wir dem Taxler gesagt hatten, dass wir unbedingt diesen Zug erwischen müssen, hat der dann auch noch in bester Hollywood Manier Gas gegeben, ist über eine rote Ampel nach der anderen gebrettert und im Endeffekt waren wir um 3:35 Uhr am Bahnhof. Gut, wir rennen alle zum Ticketschalter, fassen noch immer nicht unser Glück, dass wir es tatsächlich pünktlich geschafft haben und freuen uns schon über ein gemütliches Nickerchen im Nachtzug. Doch dann die Nachricht der Ticketfrau: Es gibt keine Tickets mehr. Erster Gedanke: Ok ausverkauft, aber um DIE Uhrzeit?! Okay, nach dem nächsten Zug 15 Minuten später gefragt, ebenfalls ausverkauft. WTF`? Was ist los, nach einer energischen Debatte mit der Schalterfrau stellt sich heraus, dass das Militär alle Züge bis 6 Uhr in der Früh an diesem Tag von Tianjin nach Beijing gekauft hat um einen Truppentransport durchzuführen! Gut, das war zwar ein Grund, aber trotzdem ärgerlich. Mickey (ein englischer Freund) war derjenige, der von uns 4 die Nachricht am wenigsten wahrhaben wollte und begann eine energisch lautstarke Diskussion mit der Schalterfrau. Göttlicher Höhepunkt war, als er sich in seiner Betrunkenheit versprach indem er sich beschweren wollte, dass ihr Fahrplan (den wir extra im Internet gecheckt hatten) ein Problem hat und „kaputt/schlecht“ ist. Dumme Sache war nur dass Mickey das Wort für Fahrplan falsch aussprach und obwohl er Fahrplan meinte, sagte er Fuß. Die Ticketfrau, sowie alle sonstigen anwesenden Chinesen waren mehr als verwirrt und starrten uns durch diesen Sager noch mehr an als ohnehin schon bevor. Göttlich war auch, dass Mickey seinen Fehler nicht sofort bemerkte und die Phrase mehrmals lautstark wiederholte „Dein Fuß hat ein ernsthaftes Problem, ich werde jetzt nicht gehen, ich will mich beschweren!“

Wie auch immer, im Endeffekt wollten wir dann nicht über 2 Stunden auf den Zug warten und dann nochmal 2 Stunden zurück nach Beijing fahren, also nahmen wir uns ein Taxi, JA richtig gelesen, ein Taxi von Tianjin nach Beijing um ca 30 Euro. Da wir zu 4. waren war das dann ein angenehmer Fahrpreis und nach 2 Stunden kamen wir schließlich um 6 in der Früh an.

Dienstag, 18. November 2008

Das Arsch-Problem

Man kann eigentlich schon behaupten, dass der Winter an Beijings Türen anklopft. Oder ist es der Herbst, der noch in der Stadt ausharrt? Schwer zu sagen. Der Winter unterscheidet sich in Beijing vom Herbst nur durch die Temperaturen. Schnee gibt’s hier sowieso nie, obwohl im Winter mal locker Minus 20 Grad erreicht werden. Derzeit ist das Wetter so eine Art Zwischenstufe. Für den Winter ist es eigentlich mit ca 5 Grad noch viel zu warm, für den Herbst erstrahlen dafür nur noch sehr wenig Bäume in gelb/roter Blättertracht – die meisten sind bereits kahl. Vom Wetter her ist es unterschiedlich. Meistens ist es heiter mit viel Sonnenschein und viel Wind. Alle paar Tage gibt es Smog vom feinsten, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt, mit Sichtweiten bis zu max. 300 Metern. In der Nacht, wenn sich die untertags aufgewirbelte Luft langsam wieder auf die Stadt senkt sinkt die Sichtweite auf 100 Meter herab, bis auf die Straßenbeleuchtungen/Ampeln etc. sieht man eigtl nicht viel.

Die Heizungen wurden mittlerweile landesweit auch schon eingeschalten, auf der Uni etwas früher. Bei mir funktioniert die Heizung aber noch immer nicht gut. Zwar ist sie jetzt wenigstens lauwarm, wenn man draufgreift, man fühlt auch wie das Heizwasser durch den Heizklörper rinnt. Aber egal wie sehr man an den Heizrädern herumdreht, es wird weder wärmer noch kälter, es bleibt konstant….ja. nicht mal lauwarm. In solchen Momenten bin ich Froh eine Südwohnung zu haben (Ich seh mich schon wie ich im Sommer fluchen werde). Derzeit „heize“ ich vorwiegend mit Sonnenlicht. Sprich. In der Früh nach dem Aufstehen: Vorhang auf (der is in der Nacht zu um die kalte Luft, die bei den undichten Fenstern reinkommt, abzudämmen), Fenster auf. Dann wird durchgelüftet, während ich auf der Uni bin. Zu Mittag komm ich dann nach Haus, da ist es meistens schön warm, obwohl das Fenster ca 5,5 Stunden durchgehend offen is. Aber die Sonne heizt das Zimmer schön auf. Dann wird das Fenster zugemacht, weiteres Sonnenlicht gespeichert. Gegen 17 Uhr, wenn es zu dämmern beginnt,wird der Vorhang zugezogen, die Wärme bleibt so am besten gespeichert.

Gestern hab ich mir auch zusätzlich endlich gute Hausschuhe (aus Stoff!) gekauft, bisher bin ich zu Hause immer mit den Badeschlapfen oder ar mit den Schuhen rumgerannt, weil mans in Socken einfach nicht aushält. Apropos einkaufen: Gestern hab ich mir auch endlich Hosen gekauft, wintertauglich und passend noch dazu. Hatte ich eigtl schon seit Wochen vor: Ich bin mit 4 Hosen nach Beijing gekommen: 2 davon sind unbrauchbar (Reißverschluss hin, hab ich natürlich erst hier gmerkt) und die restl. 2 sind mittlöerweile extremst lädiert: Löcher im Schritt UND saudünn, Leinenhosen halt. Wie ich auf dem Weg zur Uni gefroren hab brauch ich glaub ich nicht erwähnen. War also eh scho längst Zeit das mal zu erledigen, nur: Anscheinend ist mein Arsch für China wirklch zu fett. Denn egal bei welchem Markt ich war, überall hab ich die größte Hosengröße anprobiert und sie hat mir nicht gepasst. Ich mein ich hab schon reingepasst, aber es war halt schon seeeehr eng. Ich dachte mir nur: Bitte, was macht ein Dicker in China? Ich bin 1,80m groß und wiege 80Kilo, würde mich also wirklich als Durchschnitt bezeichnen. Aber hinzu kommt: Chinesen haben einfach keinen Arsch, weder Frau noch Mann. Dem passt sich natürlich die Modeindustrie an. Nicht mal in Markengeschäften wie zB Esprit hatten sie eine größere Größe, die mir passen würde! Ich war echt am Verzweifeln und hab mich echt schon gesehen, wie ich bei einem Schneider mir eine Hose um was wei0 ich wieviel Geld anfertigen darf, und das in CHINA, dem Land der Billigmode!

Naja, gestern war ich auf jeden Fall mit einer Freundin einkaufen, dachte mir: Ok, dieses eine mal probieren wirs noch auf einem Markt mt Hose kaufen. Nachdem die ersten paar Standln erwartungsgemäß nicht meine Größe hatten gabs dann aber doch einen Stand, der meine Größe hatte, er hätte sogar bei Bedarf NOCH größere Größen gehabt! Ich war wie weg. Hab dann mal gleich mehrere gekauft, die hat das Geschäft ihres Lebens mit mir gemacht.

Auf der Uni geht es daweil mäßig dahin, es ist irgendwie jeder in diesem Loch zwischen Zwischen- und Endtest drinnen. Sprich es is nicht wirklich was los bzw viel zu tun, man lernt halt gemütlich mit und nimmt alles locker. Dementsprechend leer sind in letzter Zeit auch die Klassen, viele kommen erst in der 2. Stunde und schlafen die erste gemütlich aus. Bin schon gespannt, wie das zu Weihnachten werden wird, wenn so gut wie jeder (und wenn ich das schreibe dann meine ich das auch so) nach Haus fährt außer mir. Seh mich dann schon mit dem Lehrer und 2 andren Schülern in der Klasse sitzen ^^. Aja, getreu der chinesischen Arbeitseinstellung haben wir natürlich keinen einzigen Tag frei zu Weihnachten, nicht mal am 25. selbst! Wenigstens haben wir am 1.1. frei, da hat die Partei eingesehen, dass auch die Chinesen zu Neujahr (auch wenns nicht das chines. Is) mal gern einen heben und am nächsten Tag zu nichts zu gebrauchen sind ;)

Samstag, 1. November 2008

Formel 1, Frost & Melamim Skandal Part II

Heute ist Halloween und ganz Beijing ist verrückt nach diesem….naja sagen wir mal von mir nicht allzu sehr begrüßten Fest. Und ganz Beijing ist auch übertrieben. Eigentlich wird es nur von den Westlern hier gefeiert, und unter denen auch nur von den ganzen US Amerikanern und Kanadiern, der Rest feiert halt gezwungenermaßen mit, weil heut Wochenende is. Heut auf der Uni hab ich schon so viele Leute in Kostümen rumrennen gesehen und von jedem dritten bekommt man „Happy Halloween“ Glückwünsche. Find ich zwar nett, jedoch relativ seltsam, da ich die Happy Phrase vl. 3 mal im Jahr verwend: Frohe Weihnachten, Frohes Neues Jahr und Alles Gute zum Geburtstag und evtl zu Ostern. Naja, Leben und leben lassen, auf jeden Fall wird das heute das erste Wochenende sein, an dem ich nicht fortgehe, seit ich in Beijing bin. Und das ist auch gut so, da ich kommende Woche von MO bis MI 5 Prüfungen hab. Es geht nicht darum, dass ich am Abend was lernen würde. Aber es geht einfach darum, dass der nächste Tag einfach dahin ist, wenn man schon mal erst um 14 Uhr aus dem Bett kommt. Noch dazu hat uns heute unser Lehrer gesagt, dass wir bei dem Test am Montag (dem schwierigsten) kein Wörtebuch verwenden dürfen, was ich echt lächerlich finde, da ich mittlerweile schon das dritte Jahr Chinesich lerne. Selbst wenn, was für einen Vorteil hab ich, wenn ich das Wörterbuch verwende? Was stört alle Lehrer dran? Die Grammatik muss ich ja sowieso lernen, die steht ja nicht da drin. Und man kann ja nicht allen Ernstes von mir verlangen, dass ich jedes einzelne Vokabel kann. Und speziell im Chinesischen ist es halt so, dass es spezielle Schlüsselwörter in einem Satz gibt, und wenn man die nicht weiß kann man die ganze Aufgabe nicht lösen. Außerdem studieren ich weder Dolmetschen, wo ich jedes Wort können muss, noch werde ich zu einer Übersetzungsmaschine „erzogen“. Naja wie auch immer, auf jeden Fall heißts jetzt doppelt so hart lernen.

Die vergangenen Wochen: Vor mittlerweile 2 Wochen war ich beim Formel 1 Grand Prix von Shanghai, was ziemlich cool, wenn auch chaotisch war. Zuerst bin ich mit dem Nachtzug nach Shanghai gefahren, dort am Donnerstag in der Früh angekommen. Gewohnt hab ich am Campus der Shanghai Daxue, da die Zimmer dort relativ günstig sind und eine Freundin von mir dort studiert. Am Freitag in der Früh hab ich mich dann auf den Weg zur Rennstrecke gemacht. Es war halt leider etwas chaotisch diesen zu finden, da weder auf der Internetseite der Formel 1 noch auf der Seite des Rennstreckenbetreibers IRGENDEIN Wort über den Shuttle Bus verloren wurde. Mir war aber klar, dass es einen geben MUSS, und durch einen mehr oder weniger großen zufall hab ich dann in der Shanghai Daily rausgefunden (!!), dass der Shuttle Bus von Punkt XY in Shanghai wegfährt. Gut. Am Stadtplan nachgescgaut wo das is, GOTT SEI DANK ist dort ne Ubahn hingefahren. Gut, mit der sauteuren Ubahn hingefahren doch dort ging das Chaos weiter. Natürlich nirgends was angeschrieben, als ich aus der Ubahnstation rausging musste ich mich bei 100 Leuten durchfragen wo der Shuttle Bus wegfährt. Doch nach ca 15 Minuten war auch dieses Problem gelöst und ich konnte mich für schlappe 50 Kuai bequem zur Strecke transportieren lassen. Dort angekommen ging das Chaos hedoch weiter. Zunächst einmal damit, dass der Bus genau am anderen Ende der Rennstrecke stehenblieb anstatt beim Haupteingang. Gut. 20 Minuten um das Riesengelände rumhatschen und dabei hunderte Chinesen abwimmeln, die dir versuchen irgendwelche gefälschten Fanartikel anzudrehen. Beim Haupteingang hieß es dann jedoch den Ticketschalter suchen. Da ich meine Karten im Internet bestellt hatte musste ich meine Gutscheine beim Ticketschalter in echte Renntickets umtauschen. Der Ticketschalter hatte original die Größe von einem „Dixi-klo“ und war natürlich nirgends angeschrieben. Die Orientation Map war auch dermaßen unbrauchbar, dass eine Odyssee durchs Renngelände unvermeidbar war. Doch nach ca 30 Minuten Sucherei war auch das beendet. ENDLICH konnte ich meinen Platz beziehen. Mein Sitz war echt super. Auf der Start/Ziel Gerade genau bei der ersten Kurve und vl.5 Meter von der Strecke entfernt :)

Da ich schon ziemlich zeitig in der Früh dort war konnte ich mir auch das volle Rahmenprogramm bis 17 Uhr nachmittags geben, ehe ich dann zurück in die Stadt fuhr und genau zur Rush Hour auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen war. Ich mein, ich glaubte ja in Peking schon alles in dieser Hinsicht erlebt zu haben, aber in Shanghai machte ich komplett neue Erfahrungen. Speziell als es darum ging in meinen Bus zur Uni einzusteigen. Ich mein das is eine Linie, die von unglaublich vielen Leuten genutzt wird, weil keine andre Linie den Zielort anfährt. Trotzdem kommt der Bus nur ca alle 20 Minuten und is beim Ankommen schon gerammelt voll. Gut. Den ersten Bus durfte ich mal fahren lassen, nachdem ich 20 Minuten gewartet hatte, weil echt niemand mehr reinpasste. Nach summa summarum 45 Minuten warten (!) konnte ich mich dann noch als letzte Person in den Bus reinquetschen – und wenn ich quetschen sage dann meine ich das auch, es war ca so wie in diesem einen berühmten Youtube Video von der japanischen Ubahn. Der Vorteil daran: Man musste sich nicht festhalten, da selbst bei einer Vollbremsung oder bei einer Vollbeschleunigung überhaupt kein Spielraum mehr war und man wirklich wie angenagelt in der Masse war.
Naja, Am Abend ging ich dann noch mit ein paar Leuten weg, was insofern ziemlich fatal war, als dass am nächsten Morgen mein Wekcher (warum auch immer) nicht läutete und ich erst um 11 aufwachte (!). Gut. Damit war mal klar, dass ich nicht öffentlich zur Strecke kommen konnte, da dies 2,5 Stunden benötigte. Also raus aus dem Bett, auf die Straße und das nächste Taxi geholt. Dann musste ich mal dem Taxi Fahrer klar machen wo die Rennstrecke is (ich, als jemand aus Peking, einem Shanghaier Taxi Fahrer!). trotzdem hat der gar nix gecheckt. Gut. Daraufhin sind wir zu ihm nach Haus gefahren (for free natürlich) und ich hab mit seiner Tochter geredet, da die ein bissl Englisch konnte. Doch das half auch nix weiter, ich habs dann mit Chinesisch probiert und im Endeffekt kam raus, dass sich die Tochter offenbar besser auskannte als ihr Vater ^^. Gut, noch gerade rechtzeitig zum Qualifiying auf die Strecke gekommen. Der restl. Tag war üblicher Rennalltag auf der Tribühne, Rahmenprogramm bis zum Schluss schauen, dann wieder mit dem Shuttle Bus zurück in die Stadt.

Sonntag Renntag war einach nur geil. Der Laden war gerammelt voll und die Stimmung war einfach sau leiwand. Ich saß zwar im Ferrari Sektor, jedoch saßen bei mri 5 Briten, die alle wie ich McLaren Fans waren, dementsprechend haben wir für Stimmung gesorgt ;) Das einzige was mich wirklich angegangen ist war die Bier Versorgung. Auf den Tribühnen selbstwurde zwar vom Ohrenschutz bis zu Feldstechern alles verkauft, aber kein Bier! Man musste also jedes mal die Tribühne verlassen um sich teureswarmes Bier an einem überfüllten Verkaufsstand zu holen. Schließlich war es nur eine Frage der Zeit, bis das Bierausverkauft war (!), ich glaub da haben die Veranstalter die Fans wirklich zu sehr unterschätzt. Folgedessen blühte zunächst der Handel unter den Fans und man war gern bereit einem anderen Fan einen kleinen Aufpreis für dessen Biervorrat zu zahlen. Doch irgendwann hatten nicht mal die Fans mehr Bier. Gut. Es war ca 20 Minuten vor Rennbeginn und es war kein Bier da, also ABSOLUTES Horrorszenario. Also beschloss ich mal mich auf die Suche zu machen. Gut, die Getränkestände waren ausverkauft, aber wenn man zum Zaun des Rennareals ging, waren dort 100 Chinesen, die einem wieder Fanartikel andrehen wollten. Gut dachte ich mir, da wird ja wohl einer so schlau sein und auch Bier verkaufen. Und wirklich! Da gab es einen Typen, der Bier en masse dabei hatte. Gut gleihc zu dem hin, das Bier (in größeren Dosen!) zu einem im Vgl zur Rennstrecke extrem niedrigen Preis gekauft. Hab gleich eine Palette Bier gekaft, 5 Bier für mich reserviert. Den Rest hab ich dann auf der Tribühne zu doppelten Preis den Fans verscherbelt, war also im Endeffekt ein echt gutes Geschäft :)

Naja. Danach war ich noch einen Tag in Shanghai mich ausruhen ehe es dann am Dienstag mit dem Highspeed Zug (statt 12 Stunden nur 10 Stunden Zugfahrt :) )wieder zurück ins kalte Beijing ging.

Womit wir auch schon beim nächsten und letzten Thema für diesen Blogeintrag wären. Mittlerweile hat der Herbst in Peking schon voll eingesetzt. Es hat in der Früh ca 5 Grad un untertags kommt es mit Mühe noch auf 15 Grad, was sich allerdings wie 10 anfühlt da meist ein eisiger Wind geht.Dafür haben wir fast jeden Tag blauen Himmel. Der Nachteil an diesen ganzen Temperaturschwankungen ist, dass die Heizungen in China von der Partei reguliert werden, sprich die Partei bestimmt wann die Heizungen eingeschaltet werden (das ist im Moment der 15. November). Bis dahin heißt es frieren, vor allem in der Nacht ist es mittlerweile so kalt (trotz geschlossener aber anscheinend undichter Fenster/Bauweise), dass ich gezwungen bin in meinem Militärschlafsack zu schlafen. Auch gegen Abend muss ich im Pullover und mit Schuhe dasitzen, weil es einfach so kalt is. In der Uni ist es auch normal, wenn in der Klasse alle mit den Wintermänteln sitzen und der Lehrer seinen Vortrag im Wintermantel hält. Naja. Jetzt heißts noch 2 Wochen frieren :)

Ein Thema ist derzeit wieder ganz aktuell. Der Melamim Skandal, der im September in aller Munde war, hat sich nun ausgebreitet.War im September Melamim nur in chinesischen Milchprodukten gefunden worden, wurde jetzt auch in Fleisch und Eiern Melamim gefunden, da der Stoff anscheinend den Tieren zum Fressen gegeben wurde! In China selbst ist noch nichts offiziell, ich habs selber erst vor 2 Stunden von einem Freund erfahren, der es auf der BBC Homepage gelesen hat. Bin echt gespannt was sich in der Hinsicht jetzt tun wird.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Chinesische Bürokratie

Mittlerweile ist es Oktober und es hat sich auch schon viel getan. Der Milchskandal ist mittlerweile wieder abgeflaut und interessiert nur noch die wenigsten. Um ihr Image zu reparieren haben sämtliche Milchhersteller ihr ePreise drastisch gesenkt um die Kunden wieder anzulocken – mit Erfolg, denn wenn ich so in meinen Supermarkt schaue, sehe ich lauter Chinesen, die wie verrückt Milch einkaufen. Generell dürfte jedoch mittlerweile keine kontaminierte Milch mehr im Handel sein, ich werd dann also dementsprechend bald auch wieder auf Milchkonsum umsteigen. Hab vor wenigen Tagen diesbezgl. auch in den chines. Abendnachrichten einen Bericht gesehen, dass die Kontrollen verschärft wurden und jetzt nur noch „normale“ Milch erhältlich sei, welche sich laut Auskunft eines Filialleiters einer Supermarktkette auch weiterhin gut verkaufe.
Wie auch immer, die ganze Affäre scheint niemanden mehr zu interessieren, seit Kurzem kann man sogar wieder auf Youtube Videos mit den Tags China und Milk zugreifen.

Kaum war also das Miclhskandal Thema vom Tisch gab es jedoch schon das nächste (Propaganda)Thema. Der erste Weltraumspaziergang eines chines. Astronauten. Wieder ma wurde das ganze Thema tagelang aufgeblasen, auf öffentlichen Leinwänden sowie auf zig TV Stationen konnte man live mitverfolgen, wie die chinesischen Astronauten aus ihrer Kapsel stiegen und demonstrativ die chines. Flagge in die Kamera schwenkten. Wie für China üblich dominierte dieses Thema auch nach dem eigentlichen Ereignis noch mind. eine Woche den Großteil der Medienlandschaft.

Gleichzeitig während des Weltraumspazierganges waren in China auch anlässlich des Nationalfeiertages am 1. Oktober Nationalferien, eine Woche lang, für alle Chinesen. Dementsprechend voll war Beijing und es war absoluter Horror, wenn man aufs öffentliche Verkehrssystem zu dieser Zeit angewiesen war. Teilweise musste man in Ubahn Stationen 2-3 volle Züge einfach fahren lassen, weil keine Leute mehr hineingepasst haben. Hat mich ziemlich an Japan erinnert. In dieser Zeit hatte ich auch mehrfachen Besuch. Zum einen vom Michi, der ja derzeit in Shanghai studiert, inkl ein paar Freunden, dann noch von meiner Cousine sowie von meinem Bruder und einem Freund von ihm. Dementsprechend mühsam war es während der Nationalfeiertage irgendwelche touristischen Aktivitäten zu unternehmen, weil einfach alles so überfüllt war. Auf den Tiananmenplatz passten nach Michis Angaben keine Leute mehr drauf, es war wie in einer voll gesteckten Ubahn. Anzumerken sei nur, dass auf den Tiananmen Platz ca eine Millionen Menschen Platz haben. Dies war dann auch im Endeffekt der Grund warum wir am Nationalfeiertag uns nicht das Feuerwerk am Tiananmenplatz gaben, das wäre zu viel des Guten gewesen.

Nachdem die Nationalferien auf jeden Fall vorbei waren, war es in Beijing um einiges ruhiger und weniger stressig geworden. Nun konnte man die Zeit nutzen um berühmte Sehenswürdigkeiten wie die verbotene Stadt oder die Große Mauer zu besichtigen. Das Wetter hierfür war – wie in den letzten 2 Wochen auch schon – perfekt, strahlend blauer himmel und Sonnenschein mit Temperaturen zw 20 und 25 Grad. Die Zeit nach den Nationalfeiertagen nutzte ich auch um die letzten bürokratischen Maßnahmen zu beenden. Zuerst holte ich mir mein Residence Permit ab mit welchem ich mir mein neues Housing Certificate beschaffen wollte. Hier gab es jedoch ein kleines Problem.

Die Uni hat für mich das Residence Permit organisiert, hierfür braucht sie alle mögl. Unterlagen wie zB Gesundheitscheck, Reisepass, Inskriptionsbestätigung von der Uni usw SOWIE mein altes Housing Certificate, welches nur bis 24. September gültig war. Gut. Als ich mir nun also mein Residence Permit und meinen Pass von der Uni abholte fragte ich nach meinen restl. Unterlagen, daraufhin wurde mir erklärt, dass die die Uni behalen würde. Gut, das Problem ist nur, dass man nur dann ein neues Housing Certificate beantragen kann, wenn man das alte vorweist. Demensprechend fragte ich ob ich mir wenigstens das alte Housing Certificate kopieren könne, woraufhin auf einmal die Tatsache ans Tageslicht kam, dass die Uni mein Housing Certificate verloren hatte!

Ich hab echt geglaubt ich dreh durch. Nicht nur, dass ich die Frist meines alten Housing Certificates bereits um ca 2 Wochen überzogen hatte, nein ich hatte nicht mal mehr ein Housing Certificate, war also eigtl. illegal in Beijing. Mental bereitete ich mich bereits auf diverse behördliche Bestrafungen vor, angefangen von saftigen Geldbußen bis hin zur Abschiebung – ich sah mich wirklich schon im Flieger nach Österreich sitzen.

Na gut, die uni meinte ich müsse zur Polizei gehen und das mit denen klären. Gut, mit meinem Vermieter zur Polizei und denen das Problem erklärt. Der Vermieter hat dann irgendein Ersatzformular für mein altes Housing Certificate irgendwo in der Schnelle aufgetrieben und damit war die Sache schon erledigt. Keine Geldstrafe oder sonstiges. Ich war echt baff. Somit hab ich jetzt mal bis Juli eine Ruhe, wenn ich dann wieder mein Visum verlängern muss.

Eine weitere organisatorische Tätigkeit, die ich erledigte war der Kauf eines zugtickets nach Shanghai, da ja dort an diesem Wochenende der Formel 1 GP von China steigt, für welchen ich ja Tickets habe. Gut. Leider habe ich nur noch Tickets in der teuersten Klasse bekommen (eh klar, so kurzfristig) und mein Zug geht heute (Mittwoch) Abend um 19:44 Ortszeit. Es handelt sich dabei um den 2. schnellsten zug auf dieser Strecke und ich liege im „Softsleeper“ Abteil, also wirklich das teuerste vom teuersten. Ein One Way Ticket von Peking nach Shanghai hat mich umgerechnte knapp 50€ gekostet. Retoure Ticket hab ich noch keins, das kann ich nur in Shanghai kaufen meinte die Dame am Ticketschalter. Das ist insofern interessant, als dass ich eigtl am Montag Uni habe und irgendwie keine Ahnung hab wann ich überhaupt so kurzfristig ein Retour Ticket nach Beijing kriegen werd, aber das wird schon gehen :)

Gut, ich muss jetzt aufhören. Übrigens: Neueste Fotos können entweder auf StudiVZ oder auf Facebook in meinem neuesten Fotoalbum begutachtet werden.

Samstag, 20. September 2008

*UPDATE* Milchskandal aufgeflogen

So ich war grad im Supermarkt, die Milchregale sind bis auf ganz wenig Produkte leer geräumt! Jeder Milchartikel wird einem zu unglaublich niedrigen Aktionspreisen nachgeschmissen (zB ein Liter Milch umgerechnet 20€Cent), bei so gut wie allen Produkten herrscht das "Nimm 2 zahl 1"-Prinzip.

Freitag, 19. September 2008

Milchskandal aufgeflogen

Hier in Peking bzw in ganz China ist derzeit mehr oder weniger die Hölle los. Thema Nummer eins ist seit spätestens seit heute Morgen Ortszeit der Milchskandal ( http://orf.at/080918-29644/index.html ) mitsamt seinen Folgen. Denn entgegen der ursprünglichen Behauptung chines. Medien, dass der giftige Stoff Melamin nur in Milchpulver für Babynahrung vorkommen würde, wurde heute Früh Ortszeit im Rahmen der Morning News auf CCTV richtig gestellt, dass Melamin sehr wohl auch in weitaus mehr Produkten vorgefunden wurde. So sind zB nicht nur Babymilchpulver, sondern auch normale Milch sowie Eis & Joghurts betroffen. Mehr als 20 Firmen sind offenbar in den Skandal verwickelt, darunter der Olympiasponsor, die Marke, die ich die ganze Zeit gekauft habe. Nun ist mir auch klar, warum ich immer Magenprobleme der ärgeren Kategorie hatte, nachdem ich hier in China Milch getrunken hatte.

Konsequenz Nummer 1: Jede verbliebene Packung Milch in meinem Kühlschrank – egal ob geöffnet oder nicht – sofort weggeworfen. Konsequenz Nummer 2: Die nächsten paar Wochen ohne Milch(produkte) auskommen.

In der Uni war das Thema natürlich heut auch Gesprächsstoff Nummer 1 („hey have you heard already…?“). Wie ich mittlerweile gehört habe, dürfte der Skandal im Ausland schon seit Mittwoch Abend bekannt sein, bei uns ist erstmal wirklich „groß“ heute Freitag Morgen Ortszeit darüber in den Medien berichtet worden. Ich selber habs zum ersten mal Donnerstag Abend Pekinger Ortszeit von meinem Bruder gehört. Ich bin auf jeden Fall mal gespannt was jetzt in den Abendnachrichten alles Neues ans Licht kommen wird…

UPDATE: Alle Mailportale sowie Youtube Videos mit den Tags "China" & "Milk" sind derzeit gesperrt!

Donnerstag, 11. September 2008

Olympia-Terror

Es ist Mittwoch und mittlerweile hat sich viel getan, die Uni hat begonnen – genauso wie die Paralympics und der Michi is mittlerweile wieder in Wien bzw Österreich. Grund genug für ein Blog Update.
Beginnen wir mal mit der Uni, die hat ziemlich genau vor einer Woche begonnen, doch bevor die Uni begann gabs am Vorabend noch ein Orientation Meeting, das von der lokalen Polizeistation am Unicampus organisiert worden war, zu dessen Teilnahme man mehr oder weniger verpflichtet war – Zitat: „[…] You will be responsible for any results caused by your absence from the meeting.“ -.-
Im Endeffekt glich dieses Orientation Meeting, bei dem der Chef der örtlichen Polizeistation einen Vortrag hielt, mehr einem Angstmache- bzw Belehringsmeeting a la China. Neben wenigen nützlichen Informationen (Notrufnummern, wann sind Feiertage und Ferien) wurde uns vor allem in diesen zwei Stunden nahe gelegt was wir in China alles nicht dürfen und was uns (aufgezeigt anhand von tw mehr als übertriebenen, aber angeblich wirklich geschehenen Beispielen) alle in Folge eines Gesetzesverstoßes geschehen könne. Nachdem also der Angstmachteil (welcher einen Großteil des Meetings in Anspruch nahm) beendet war folgte jener Teil, der in jedem Jugendlichen der Welt ein De ja vus hervorrufen würde: Der „Kind ich mach mir Sorgen um dich“-Teil, welcher vor allem beinhatete:
- betrinkt euch nicht
- schaut auf der Straße nach links rechts links
- passt beim Mopedfahren auf
- nehmt keine Drogen
- habt keine sexuellen Orgien (!!)
- sperrt eure Wohnungen gut ab
- macht keinem Fremden die Tür auf
Wie auch immer, einziger Grund warum ich dieses Meeting nicht vorzeitig verlassen habe, was das Versprechen, dass wir am Ende des Meetings unsere Studentenausweise bekommen würden, was dann auch der Fall war.

Doch wieder zurück zum Uniunterricht. Grundsätzliches: Wir haben hier 20 Wochenstunden, von Mo-Fr jeweils 4 Stunden am Vormittag, alles Sprachkurse, die noch dazu denen in Wien sehr ähneln (Grammatik, Sprechen/Hören, Schreiben/Lesen, Alltagskommunikation). Vom Schwierigkeitsgrad her gibt’s hier mehrere Levels beginnend bei: Treshold, Elementary, Upper Elementary, Lower Intermediate, Upper Intermediate und Advanced. Zuerst haben sie mich in Elementary gesteckt, was jedoch wirklich viel zu leicht war. Als ich mir dann das Buch angeschaut hab hab ich auch gesehen, dass der Stoff ca dort ansetzt wo wir in Wien Anfang des 3. Semesters begonnen haben. Nach der ersten Stunde bin ich dann gleich zum Registration Office in den 10. Stock gerannt (die Aufzüge im Hauptgebäude funktionieren nicht) und hab denen irgendwie versucht weis zu machen, dass diese Klasse für mich zu einfach ist und ich in eine schwierigere will. Konnte mir dann Bücher aus den höheren Levels anschauen und hab dann im Endeffekt beschlossen in Upper Elementary zu gehen, das setzt vom Stoff her am Beginn des 4. Semesters an, also recht gut. Die Johanna ist ebenfalls in eine höhere Stufe gegangen, nur eben eine über mir, nämlich Lower Intermediate. Hab mir da auch die Bücher angeschaut, wär auch gegangen, nur waren da wirklich schon viele Vokabel, die ich nicht konnte und so ließ ichs daweil mal lieber bleiben.
Also teilte ich denen mit, dass ich nur eine Stufe aufsteigen will, was zur Folge hatte, dass ich mal gleich aus dem Stehgreif raus eine kleine „Prüfung“ machen musste ob ich denn wirklich „reif“ für die nächste Stufe bin. Im Wesentlichen sah das Ganze so aus, dass ich einfach von der letzten Lektion aus dem Elementary Buch irgendwas vorlesen musste, was allerdings wirklich einfach war.
Im Endeffekt hab ich diese Einteilung per Testergebnis überhaupt ziemlich angezweifelt bzgl. Ihrer Effizienz, da ich in der Elementary Klasse als jemand drin saß, der schon seit 2 Jahren Chinesisch lernt. Gleichzeitig gabs dort aber auch Leute, die erst 2 Monate oder gar schon 5 Jahre lernten! Also irgendwas dürfte da nicht geklappt haben. War im Endeffekt auch nicht der einzige, der Klasse gewechselt hat.
Naja, jetzt bin ich auf jeden Fall in Upper Elementary und fühl mich recht wohl hier, ist genau meine Schwierigkeitsgrad. Die Klasse (so wie alle andren auch) hat ca eine Größe von 15-20 Leuten, die Lehrer sind alles Native Speaker und sprechen dementsprechend nur Chinesisch (die meisten können gar kein Englisch). Auch die Schüler reden untereinander Chinesisch – zumindest im Unterricht, danach dominiert natürlich Englisch. Dominante Nationen in meiner Klasse sind diverse asiatische (insbesondere S-Korea und Japan) und diverse südamerikanische Länder.
@ Michi: Ja, die Japaner haben in der Tat auch bei uns eine äußerst gewöhnungsbedürftige Aussprache, sprechen jedoch gut Englisch, so dass es nicht notwendig ist, sich mit ihnen auf Chinesisch rumzuplagen ;) Außerdem haben wir einen Kubaner in der Klasse, bei dem man nicht unterscheiden kann ob er gerade Spanisch oder Chinesisch spricht, weil er die Pinyin (für Nicht Sinologen: ist die Transkription von chinesischen Zeichen in unser Alphabet) wirklich genau so ausspricht, wie sie dort stehen, d.h. zB wenn dort 对面 steht, dann spricht er es auch wirklich duimian aus ^^. Ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber man gewöhnt sich dran. Ansonsten kann ich mich daweil echt nicht beschweren die Lehrer sind total bemüht einem den Stoff näher zu bringen. Man bekommt auch in der Regel wirklich viel Aufgabe, durchschnittlich sitz ich jeden Tag 2h oder mehr vor der Aufgabe, womit eigtl. die Zeit bis 15 oder 16 Uhr schon mal mit Unizeugs abgedeckt ist. Auch das Lerntempo ist ziemlich schnell, alle drei Tage starten wir eine neue Lektion, wobei eine Lektion ca den selben Umfang hat wie die aus unseren Lehrbüchern in Wien (also etwas mehr als 30 Vok. Und halt neue Grammatik etc.). Außerdem gibt’s alle paar Stunden ein Diktat, das man dann auch abgeben muss, weil das benotet wird, spätestens dann beginnt man Zeichen zu lernen :) Generell wird hier versucht den Leistungswillen anzukurbeln, zB wird jedes mal beim Austeilen der verbesserten Aufgaben alles laut vorgelesen, was wer falsch/richtig gemacht hat - vor der ganzen Klasse. Soll anscheinend auf den Schamgedanken abzielen, dies ist übrigens auch eine völlig gängige Methode an den normalen Schulen hier in China. Dort geht man sogar noch einen Schritt weiter, indem man den Kindern ihre Noten auf die Stirn schreibt (zumindest hab ich das mal in einer Doku auf CCTV gesehen^^). Der einzige Haken daran ist, dass derartige Methoden irgendwie bei den westl. Studenten nicht wirken, denn (zumindest ich) schäme mich nicht für eine schlechte Note. Wie auch immer, grundsätzlich bestehen unsere Aufgaben meist aus dem selben: ein Tagebuch auf chinesisch führen, regelmäßig die neuen Vokabeln schreiben & lernen und zum Anschauen dem Lehrer geben, diverse Grammatikübungen machen usw.
Ansonsten: Anscheinend nimmt es die Uni mit den Fehlstunden nicht zu ernst, da man summa summarum 5 Wochen durchgehend fehlen kann ohne auch nur eine Verwarnung zu bekommen, dagegen sind ja die 3 Stunden pro LV in Wien wirklich org!

Nächstes Thema: die Paralympics haben begonnen. Es gab ja nun eine 2 wöchige Pause zwischen Olympia und den Paralympics. Doch wer glaubt, dass es da tote Hose in China bzgl Oympia Euphorie gab, der irrt gewaltig. Irgendwie bekommt man hier schnell den Eindruck, dass die Chinesen nicht so recht wahrhaben wollen, dass Olympia – der Event auf den man Jahre lang hingearbeitet hat, der Event der schon als Beginn einer neuen Zeitrechnung galt - in wenigen Tagen für immer und ewig Geschichte sein wird. Besonders regelmäßige Benutzer des öffentlichen Verkehrssystems bekommen das zu spüren. Auf den Fernsehschirmen in den Ubahnen und den Bussen wurden tagelang immer die selben Highlights der Eröffnungsfeier (aber nie aus der Abschlussfeier!) von Olympia gezeigt, in der morgentlichen und abendlichen Rush Hour wurden in den Ubahn Waggoons abwechselnd das „Beijing huanying ni“ und „Me and you, from one World“ Lied über die Lautsprecher eingespielt – auf voller Lautstärke und lediglich von den Stationsansagen unterbrochen. Doch auch im Fernsehen ging der „Olympia-Terror“ weiter. Dass CCTV 5 (der chines. Sportsender) die 2 Wochen Pause irgendwie den Highlights aus Olympia widmen musste, war klar. Jedoch auch andere Sender wie B-TV 2 (Beijing TV 2) und andere CCTV Kanäle zeigten die Wiederholungen von ganzen Wettkämpfen – naturgemäß nur jene in denen China gewann. Auch auf der Uni bzw dem Campus entkommt man Olympia nicht. Besonders nich auf dem Campus der BLCU, da in unserer Sporthalle irgendwelche Wettkämpfe bzw Vorbereitungen für diese stattfinden. Das hat zur Folge, dass derzeit das ganze Sportgelände großzügig ageseperrt ist, auf allen zehn Metern Polizisten stationiert sind und ständig Paralympics Busse mit Teilnehmern drin ein- und ausfahren.
Soweit ich es mitbekommen habe wurde ja vergangenen Samstag im österr. Fernsehen – zumindest im ORF – nicht die Eröffnungsfeier der Paralympics übertragen. Doch hier in Beijing konnte man der Eröffnungsfeier ja irgendwie nicht entgehen. Da ich sowieso vom Vorabend noch ausnüchtern musste, beschloss ich am Samstag Abend nicht fort zu gehen und mich voll und ganz dem Millionen teuren Propagandaspektakel im TV hinzugeben.
Hierbei setzte man gewohnt auf jene Ressource von der man in China am meisten zur Verfügung hat: Menschen. Der Großteil der Showakte war geprägt von einem unglaublichen Aufmarsch an Menschenmassen in tw. Mehr als trashig geschmacklosen Kostümen (zB in Ganzkörper-Latex Kostümen in Regenbogenfarben im Eröffnungsshowakt). Allein für den Showakt „The Interlinked Lotus Leaves of midsummer“ standen 4000 Kinder als Statisten zur Verfügung, die in dermaßen makelloser Perfektion simultane Kopfstände und sonstige Bewegungen ausführten, dass sogar die Massengymnastiken unter der Leitung eines Hitlers oder Kim Jong Ils alt dagegen aussehen würden. Doch die Grenze zwischen Imposanz und Propaganda ist ja bekanntlich ein unklare.
Was in einem derart großen chines. Spektakel neben Menschenmassne natürlich nicht fehlen darf ist der Kitschfaktor. Bereits im Vorfeld wurde der an Empathie und Kitsch kaum zu übertreffende Song „Everyone is Number One“ in allen TV Stationen etc. regelrecht tot gespielt (bzw dessen Musikvideo http://www.youtube.com/watch?v=k7R6Pkx_4kU), doch auch die Songs, die während der Eröffnungsfeier live performt wurden, standen dem in facto Kitsch um nichts nach. Alle Songs wurden von Menschen gesungen, die in irgendeiner Form an einer körperlichen Behinderung leiden. So zB gleich das erste Performancestück, gesungen von einem Blinden, der Text ging etwa in die Richtung „Ich kann dich nicht sehen, spüre jedoch deine Wärme; Wasser ich kann dich nicht sehen, du erfrischst mich aber jedes mal aufs Neue etc). Nach minutenlangem Applaus und Großaufnahmen von weinenden Zuschauern wurde noch das Sahnehäubchen draufgesetzt, indem der Sänger über das Stadionmikro „seine Mama und seinen Papa, sowie euch alle“ grüßen ließ. Die Tränenorgie war perfekt.
In ähnlicher Gangart prozedierte die Show, auch wenn bei einigen Stücken der Zusammenhang zwischen dem Showakt und den Paralympics (zumindest für mich) unklar schien. Höhepunkt der Zeremonie war natürlich die Entzündung des Olympischen Feuers durch einen im Rollstuhl sitzenden Mann. Dessen Rollstuhl wurde mittels einer speziellen Vorrichtung an ein Seilsystem gekoppelt. Um das Olympische Feuer zu entzünden musste sich der Mann mitsamt seines Rollstuhls und der daran befestigten Fackel am Seill hochziehen. Vom Boden des Stadions bis an die Spitze zur olympischen Fackel! Und das nur mit den Kräften seiner Oberarme. Gekonnt wurden schmerzverzerrte und verschiwtzte Gesichtsausdrücke des Mannes in Großaufnahme inszeniert, im Hintergrund das anfeuernde Publikum. Dann, ca auf der Hälfte der Strecke, machte der Mann eine kurze Pause, wischte sich den Schweiß von der Stirn, sah nach oben zu der noch zurückzulegenden Strecke, biss die Zähne zusammen und zog sich weiter, Zentimeter für Zentimeter hoch – dermaßen laut von den Massen umjubelt, dass jeglicher österr. Fußballtorjubel bei Österreich gegen Frankreich damit in den Schatten gestellt wurde.
Summa summarum muss man sich jedoch eingestehen, dass die Show schön zum Ansehen war, leider konnte ich – obwohl ich nur 4 Kilometer vom Vogelnest weg wohne – nichts vom abschließenden Feuerwerk mitbekommen, da ich nur im 2. Stock wohne und lauter Gebäude meine Sicht versperren.

Die Paralympics sind also mittlerweile in vollem Gange, doch erneut stellt sich mir die Frage, was mit China passieren wird, wenn Olympia nächste Woche endgültig vorbei ist. Wird man in ein Loch fallen? Zumindest Shanghai kann sich über die EXPO 2010 freuen, aber Beijing wird wohl auch wieder langsam zu seinem Alltag zurückkehren, wieder alle Autos fahren und alle Fabriken wieder in Vollbetrieb gehen lassen. Es werden keine Silberjodit-Raketen mehr in den Himmel geschossen werden um schönes Wetter zu garantieren, der Smog wird seine übliche Dichte annehmen und die Ubahnen werden nicht mehr so lange am Abend fahren.
Die letzten westlichen Touristen werden endgültig abreisen, und auch die typisch chinesischen roten Olympia Banner werden allmählich von den Straßen verschwinden.
Trotzdem: eine ungewisse Zeit liegt vor Beijing.

Montag, 1. September 2008

Klogeschichten

Eine Woche in China ist vorbei und in den letzten Tagen ist ebenfalls viel passiert. Dominantes und auch leider etwas ärgerliches Thema war in den letzten Tagen mein WC. Dieses war nämlich seit Donnerstag Abend verstopft. Zuerst versuchten wir das Problem selber zu beheben, mit Saugnapf und Handschuhen, was aber alles nicht wirklich half. Da wir selber keine Zeit hatten, dass jemand das Klo reparieren kommt (wir hätten den ganzen Tag zu Hause bleiben müssen), waren wir gezwungen den ganzen Freitag und Samstag Vormittag ins um die Ecke liegende Einkaufszentrum aufs klo zu gehen, was zwar immer ein recht amüsanter Ausflug war, sich ejdoch insofern als Problem herausstellte, als dass das Einkaufszentrum um halb 10 zusperrt. Wenn man also in der Nacht aufs Klo muss: Pech gehabt. Aber im Endeffekt haben wir uns eh schnell dran gewöhnt.Am Freitag hatte ich in der Früh einen Einstufungstest, damit meine Chinesischkenntnissen überprüft werden konnten, danach ging es auf zum Physical Check mit dem Uni Bus, zusammen mit andren Studenten. Diese Busfahrt war insofern super, weil man nun endlich Socializing betreiben konnte. Da alle quasi im selben Boot saßen fand ich schnell gleich Gesinnte die sich genauso wenig auskannten wie ich ^^. So fand ichn schnell Kontakt zu einer Kanadierin, einer Amerikanerin, einr Dänin, einer Holländerin sowie zu einem Nepalesen. Der daraufhin folgende Health Check, der Studenten von der Kommunistischen Partei vorgeschrieben wird, fand dann doch realtiv gut organisiert statt. Man bekam einen Laufzettel und konnte nach eigenem Ermessen die einzelnen Ärzte im Krankenhaus ablaufen. Auf gut Glück hatte ich meinen Bluttest (auf deutsch!) mitgenommen und vorgewiesen und konnte mir somit den Bluttest ersparen, da die Krankenschwester lediglich bei „HIV“ das Wort „negative“ suchte. Summa summarum war die ganze Sache dann nach ca 3 Stunden vorbei und es ging wieder zurück zur Uni.Am Freitag Abend beschlossen wir dann mal kurzerhand die Stadt unsicher zu machen und das Nachtleben zu erkunden und fuhren nach Sanlitun. Sanlitun ist ein Stadtteil in Beijing, der relativ zentral liegt und quasi Beijings Bermudadreieck ist, nur mit etwas mehr Auswahl. Anfangs waren wir in einem zeimlich coolen Lokal, wo wir auf dem Dach sitzen konnte. Oben wurde Live Musik gespielt (Lounge mäßig) und man hatte bei genussvollen Cocktails einen prima Ausblick auf das nächtliche Beijing. Nachdem wir einiges getankt hatten ebschlossen wir dann noch ins „Butterfly“ weiterzuziehen, was ca dem Wiener „Kaktus“ entspricht. Also klein, abgefuckt, aber saugünstig. Ein Bier 1€. Dort blieben wir dann noch ein bisschen beschlossen aber nach Haus zu fahren, weil wir am nächsten Tag in einen Vergnügungspark fahren wollten. Samstag:Der Vergügungspark fiel sprichwörtlich ins Wasser da es in der Früh wie aus Kübeln schüttete. Während der Michi den Beihai Park besuchte beschloss ich einen tag zu Hause zu verbringen und mich um die toilette zu kümmern. Zuerst rief ich die Agentin an, die kam wenige Minuten später mit einem Arbeitskollegen bei mir zu Hause an. Zuerst probierten wir zu dritt nochmal selbst das Klo zu reparieren, dabei zerstörte der Kollege den Suagnapf, indem der harte alte Gummi einfach durchbrach. Gut, auf zum Supermarkt und einen neuen kaufen, dieser stellte sich jedoch als ziemlicher Scheiß heraus, das bei diesem Exemplar der Gummi zu weich vor und sich nach hinten durchbog (ich glaube ihr wisst, was ich meine). Gut, mit diesem Saugnapf war es ebenfalls unmöglich die Toilette zu reparieren, also wieder zum Supermarkt, einen dritten kaufen ^^Der funktionierte dann schließlich ordnungsgemäß, konnte das Problem aber auch nicht lösen. Daraufhin riefen wir den Hausbesorger an, der kam 3 Minuten später von der Nebenstiege daher. Null Unterschied zum klassischen österreichen Hausbesorger. Kurze Hose und ärmelloses Unterleiberl tragend, Wampen, Zigarette im Mund und einen ärgeren Dialekt sprechend meinte er dass man da eine Firma rufen müsse. Sein fragwürdiges Sachwissen reichte hierfür anscheinend aus, womit sich sein Aufenthalt im Wesentlichen auf diese Feststellung und dem Hineinwerfen des Tschickstummels in mein Klo beschränkte. Gut, wir riefen daraufhin eine Firma an und ließen einen Arbeiter vorbei kommen. Doch bis der kam vergingen 45 Minuten und ich beschloss daweil die Wohnung ein bisschen zamzuputzen (da die Vormieterin die Wohnung in einemmehr oder weniger katastrophal dreckigen zustand hinterlassen hatte). Die Agentin lebte ihren Mutterinstinkt aus indem sie mir liebevoll beim Putzen half, während sich ihr Kollege auf meinem Laptop alle möglichen Musikvideos ansah – nahezu ausschließlich jene mit leicht bekleideten Frauen, was zu einem kleinen Eklat zwischen ihm und der Agentin führte, aber das ist eine andre Geschichte. Wie auch immer, nach 45 Minuten war der Typ von der Firma endlich da und versuchte zunächst mit einem langen biegsamen Rohr das Abflussrohr zu reinigen – ging nicht. Daraufhin musste die ganze Toilette aus der Verankerung gerissen werden, ich hab geglaubt mich trifft der schlag. Die Aktion hat ca eine weitere Stunden gedeauert, mittlerweile hab ich der Agentin und ihrem Kolegen Bilder von Wien gezeigt du mir Komplimente von der Agentin anhören lassen dürfen, wie schöne Augen ich nicht hab (nämlich nicht typisch asiatisch braun). Leicht irritierend war die Tatsache, dass sie mich gleich darauf gefragt hat ob ich schon verheiratet bin ^^Naja,auf jeden Fall war nach einer Stunde das Klo repariert und meine Geldbörse war 150 Kuai leichter. Mittlerweile war der Michi auch schon wieder vom Beihai Park zurück und die Kloaktion war nach ca 5 Stunden beendet. Um den Tag nicht endgültig nur zu Hause zu veringen beschloss ich mit Amy (die Kanadierin) und ihrer Zimmerkollegin aus dem Studentenheim (eine Koreanerin) noch etwas essen zu gehen. Im Restaurant erwies sich die Koreanerin (hab leider ihren Namen vergessen) als überdurchschnittlich trinkfest – ich mein sie is eine Frau UND Asiatin! – und irgendwie floss der Alkohol so schnell, dass wir dann noch spontan beschlossen zum Supermarkt zu rennen und eine Kiste Qingdao Bier zu kaufen um eine kleine Wohnungseinweihunsparty zu schmeißen. Hierbei wurde es dann mit den Trinkspielen richtig böse, das beste war, dass Amy am nächsten Tag um 8 in der Früh restfett den Einstufungstest schreiben musste :DZiemlich trashig war dann noch als wir etwas angeheitert ins Bett gegangen sind, den Fernseher aufgedreht haben und genau in dem Moment auf CCTV 9 ein einstündiges Interview mim Wolfgang Schüssel gesendet wurde. Naja, wir schliefen daher doppelt so schnell ein.Heute, Sonntag:Aus dem Ausschlafen wurde nix, um 8 war ich bereits munter. Was aber nicht so schlimm war, da ich sowieso mein Testergebnis abholen musste. Gut, auf zur Uni, meine Klasseneinteilung abgeholt. Demnach beginnt mein Semester nicht schon am Montag, sondern erst am Dienstag, also noch ein Tag mehr frei :)Zu Mittag traf ich mich mit Amy um zum Houhai Lake zu gehen. Der Vorteil von dem gestrigen verregnteen Tag war, dass es heute komplett blauen Himmel mit keinen Wolken gab, was WIRKLICH selten in Beijing ist! Ad Houhai Lake: Dabei handelt es sich um einen Teich im Stadtzentrum, rundherum nur alte Stadtviertel, also ganz alte traditionelle Bauweise (Hutongs), wirklich schön. Leider ist das ganze mit Touristen ziemlich überfüllt, dementsprechend auch die Preise in den um den See liegenden Lokalen. Nachher schlenderten wir noch ein wenig durch die Hutongs ehe ich dann schon mim Michi zusammen weiter Richtung Yis Eltern zu fahren, die wir auf ein Abendessen eingeladen hatten. Ein kleines Erfolgserlebnis gab es dann auch noch beim Nach Hause Weg, als ich zum Spaß probieren wollte ob ich jetzt vielleicht ENDLICH Geld mit meiner österr. Karte hier abheben kann (ist bisher nie gegangen). UND: es hat geklappt!! Hab mal gleich 1000 Kuai abgehoben, damit komm ich jetzt wieder ne Zeit lang über die Runden. Bezgl. Fotos: Habe ich schon ein paar gemacht, die besten davon (inkl Fotos von meiner Wohnung) könnt ihr euch im StudiVZ in meinen Fotoalben anschauen :)

Freitag, 29. August 2008

Ankunft in Beijing

Okay,Leute, ich sehe schon das wird ein längerer Eintrag aber ich habe auch selten zuvor so viel binnen 5 Tagen erlebt.
Also wie ihr vmtl erkennen könnt bin ich sicher in Peking angekommen. Habe inzwischen auch schon eine eigene Wohnung und seit heute Internet. Aber mal alles der Reihe nach

Samstag
Am Samstag ging mein Flug um 1040 Uhr von Wien nach Düsseldorf (Air Berlin) wo ich dann nach Beijing umsteigen musste. Das zache daran: Am Flughafen Düsseldorf 5 Stunden Wartezeit. Cool: Auf beiden Flügen einen Fensterplatz, der Air Berlin Top Bonus Service Card sei Dank (daher durfte ich auch bis zu 30 Kilo Freigepäck mitnehmen). Summa summarum hatte mein Essl Rucksack 27 Kilo und mein Handgepäck ca 7 Kilo (Laptop, Externe Festplatte etc).
Nachdem mein Hund, den meine Mutter mitgenommen hatte, sich im Flughafenrestaurant von seiner Leine gerissen hatte, in die Küche gerannt war und den Chefkoch zum Auszucken gebracht hatte (Zitat: „Alarmstufen Rot, do is a Hund in der Kuchl!“) ging es dann jedoch schon zum Gate und der Flug ging pünktlich los.
Nach ca 1,5 Stunden Flugzeit waren wir dann auch in Düsseldorf angekommen. Dort versuchte ich mich mal mit allen möglichen Mitteln wachzuhalten, da ich in der Nacht zuvor gerade mal 3 Stunden geschlafen hatte (Stichwort Al Fayrooz & Bauchtanz). Zuerst setzte ich mich hin und las ein Buch, was dann allerdings nach einiger Zeit auch schon immer anstrengender wurde, woraufhin ich beschloss ein Cafe aufzusuchen um dort einen Espresso nach dem anderen in mich reinzukippen. Das half zwar kurzfristig, war jedoch auch nicht wirklch gut auf die Dauer hin. Schließlich hätte ich dann fast meinen Flug verpasst, weil ich dann schon nicht mehr auif die Uhr geschaut habe, allerdings wäre das eh wurscht gewesen, da der Flieger im Endeffekt sowieso eine Stunde lang in der Parking Position stand, weil irgendwas laut Auskunft der Service Crew „hin“ war. Mit einer Stunde Verspätung ging es dann jedoch endlich über die Wolken Richtung Osten. Wieder Vorteil: Ein Fensterplatz OHNE Sitznachbarn, und das auf einem Langstreckenflug: IDEAL!
Na gut, die ersten paar Stunden vergingen dank Mr. Bean, versteckten Kameraszenen und diversen Musikvideos relativ schnell. Auch das Abendessen verschönerte den Flugzeugaufenthalt und der servierte Rotwein war fruchtig im Geschmack und mild im Abgang. Doch dann: Die Nachtstunden. Draußen ist es dunkel, somit kann man sich nichts mehr anschauen, außer die Tragflächen. Im TV lief der Film „27 Dresses“, dessen einziger Lichtblick Katherine Heigl war, jedoch war der Film trotzdem zum Schmeißen (ich glaub 3 mal zwischendurch eingeschlafen). Owohl ich saumüde war konnte ich trotzdem nicht gscheit einschlafen und summa summarum habe ich auf dem ganzen 10 Stunden Flug ca eine Stunde geschlafen.
In der Frh war dann schließlich wieder Hoffnungsschimmer am Horizont, nicht nur in Form der Sonne, sondenr auch in der Form der Restflugzeitanzeige am Bildschirm. Außerdem konnte man nun wieder aus dem Fenster schauen und die Landschaft betrachten. Schleßlich erfolgte die Landung mit einer Stunde Verspätung um ca 10 Uhr Ortszeit vormittags. Nach ca 15 Minuten Herumrollerei auf dem unglaublich großen Beijing Capital Airport (mittlerweile schon mit 3 terminals) war mal Mission Nummer 1 eine chines. Sim Karte irgendwo am Flughafen zu ergattern. Dies stellte ich mir im Vorhinein wesentlich komplizierter vor als es dann im Endeffekt war, da ich einfach nur durch die Visa Kontrolle durchgehen musste um dahinter gleich von einer China Mobile Dame „empfangen“ zu werden. Apropos meine Hdy Nummer ist derzeit: 0086 151 01 633 542.
Nach der Gepäcksaufnahme gings weiter mit der Airport Ubahn in die Stadt, von dort mit dem 100 Liter Rucksack weiter in die U2 (was ziemlich nervig ist, weil derzeit – Olympia sei dank – ÜBERALL Security Checks stattfinden und man ständig sein Gepäck entweder aufmachen muss oder durch irgendein Röntgengerät schieben muss). Die U2 war ziemlich voll gestopft nach österr. Verständnis, nach chines. Verständnis war wenig los, das kann ich zumindest sagen nachdem ich schon ein paar mal mit der Beijinger U1 zur Rush Hour gefahren bin. Egal, das beste stand mir noch bevor, als ich dann mit dem voll gestopften Rucksack in den voll gestopften Bus umsteigen musste. Doch nach 5 Busstationen war auhc diese Qual beendet und ich stieg bei Ganjiakou aus, wo mich die Agnes (Schwester von der Lisi) erwartete, um mich zur Wohnung von Yi seinen Eltern zu bringen, in der sie bereits wohnte und ich die nächsen Tage ebenfalls wohnen sollte, bis ich eine eigene Wohnug gefunden hätte. Ebenfalls in der Wohnung wohnte derzeit die Iris. Es folgte Begrüßung etc und danach ging ich noch mit der Agnes und der Iris zum „Silk Market“, weil ich mittlerweile eh schon so aufgedreht war, dass ich sowieso nicht mehr schlafen hätte können.
Beim Silk Market handelt es sich um einen extra für Touristen angelegten M arkt, in dem man alles bekommt, das in irgendeinem (Nicht)verhältnis zu China steht. Also von Kleidung und Schuhen über Spielzeug bis hin zu Olympiaramsch und Esstäbchensets. In diesme Silkmarket, der sihc in einem Gebäude östlich des Zentrums auf 6 Stockwerken befindet, trifft man NUR Westler, die sich mit der Preispolitik hier nicht auskennen bzw nicht gut verhandeln und für alles viel zu viel zahlen. Der Ort ist bummvoll und man wird STÄNDIG von Händlern angesprochen – nein nicht angesprochen sondern am Gewand und an den Händen zu den jeweiligen Verkaufsständen gezogen. Kurz gesagt: ABSOLUTER Horror und Hassort Nummer 1 in Beijing (Nummer 2 etc folgen noch), aber für Touristen sicherlich ideal.
Wie auch immer, danach ging es nach Hause wo es noch ein leckeres Abendessen gab und wir uns dann alle die Olympia Abschiedsfeier auf CCTV anschauten. Zum Abschluss gab es dann noch in der ganzen Stadt ein großes Feuerwerk, was ziemlich cool war, da wir im 18. Stock eines Hochhauses wohnten und somit guten Überblick über das Feuerwerk hatten. Die Leute in den andren Wohnungen der Hochhaussiedlung waren total aus dem Häuschen und schrieen und jubelten während des Feuerwerks aus den Fenstern heraus. Danach ging ich dann auch schon schlafen, da ich wirklich dringend Schlaf brauchte.

Montag
Iris’ Flug ging in der Früh, somit brachte die Agnes sie zum Flughafenbus im Stadtzentrum, gleichzeitig fuhr ich zum Hauptbahnhof um den Michi abzuholen, der mit dem Zug um 7 Uhr aus Shanghai angekommen war. Das erste Highlight am Montag war mal, dass wir Kontakt mit einer Wohnungsagentin aufnahmen, die uns der Yi organisiert hatte, damit wir (Michi und ich) uns meine zukünftige Wohnung anschauen könnten. Die Wohnung liegt zwar nur 5 Bus- und 5 Ubahnstationen von der Wohnung von Yis Eltern weg, trotzdem braucht man für diese Strecke ca eine Stunde (zur Wohnung dann noch mal ca 10 Minuten zu Fuß). Das ist das erste, an das man sich hier gewöhnen muss. Dass man mit den Öffis mal locker eine Stunde irgendwo hinfährt, auch wenn man nicht oft umsteigen muss und die Züge schneller abgefertigt werden als in Wien. Aber Peking ist einfach SO eine dermaßen große Stadt, dagegen ist Wien WIRKLICH ein Dorf, eigentlich wie ein Bezirk in Beijing. Man legt hier zwischen zwei Ubahnstationen mal locker ein paar Kilometer zurück. Ganz extrem ist die U13, die gleich neben meiner Wohnugn fährt. Das ist so eine Art Vorortelinie, die in die ganzen äußeren Randgegenden von Peking im Norden fährt. Da fährt man mal locker einige Minuten zwischen 2 Stationen.
Wie auhc immer. Wir kamen dann im Endeffekt in Wudaokou (so heißt das Viertel in dem ich lebe) an, das ist ca 10 Kilometer Luftlinie nordwestlich des Zentrums. Die Wohnugn liegt…hmm das is schwer zu beschreiben für die jenigen, die noch nicht in China waren. Das Gebäude liegt in einem typischen „Gemeindehofblock“, wo ein Haus ca 5-6 Stöcke hat. Also noch eher ältere Häuser, keine Hochhäuser, aber auch keine Hutongs, eine Zwischenstufe halt. Wie auch immer, werde demnächst mal Fotos online stellen. Ich wohne also in so einem Hof im zweiten Stock. Die Wohnung ist eine ein Zimmer Wohnung (eigentlich 1,5 Zimmer, aber egal) mit 48m², voll möbliert, Parkettboden, Klimaanlage, Fernseher, „Pseudobalkon“ (Chinaleute wissen was ich meine, Stichwort Gitterfenster) und sonst auch voll schön. Die Wohnung liegt direkt neben meinem Unicampus und ca 200 Meter Luftlinie von der Ubahn entfernt. Es gibt viele günstige und gute traditionelle Restaurants in der Gegend, durchschnittlichn zahlt man ca 1-2 € für ein ausgiebiges Essen inkl. Getränk. Es gibt jedoch auch allerlei Fast Food Ketten wie zB Mc Donalds, KFC, Pizza Hut und The Pizza Company, die jedoch vlgsweise teuer sind (einzig der McD ist mit ca 2,5€ pro Menü günstig), da der Michi und ich letztens bei The Pizzy Company unglaubliche 10€ für eine Pizza gezaht haben, und das in China!!! Auch gleich bei der Wohnung ist ein Rieseneinkaufszentrum mit Riesen Supermarkt und allen anderen Shoppingmöglichkeiten (jedoch zu relativ westlichen Preisen). UND: Die Gegend liegt ca 4-5 Kilometer von der Olympic City entfernt, man ist also wirklich schnell beim Birds Nest. Kann mich daweil also echt nicht beschweren, wie das Nachtleben so hier ist werd ich in den kommenden Tag mal zu Genüge austesten :)
Naja auf jeden Fall, sind wir dann in das Büro der Agentin gefahren um den Vertrag aufzusetzen. Der Vertrag war natürlich voll und ganz auf chinesisch und ich verfluchte schnell die eine oder andre geschwänzte Textlektüre Stunde auf der Uni. Aber mit viel Geduld (alle andren Chinesen haben sich schon über uns lustig gemacht, weil wir so ewig lang gebraucht haben um diesen Vertrag durchzulesen) und Michis Vokabelkenntnis hatten wir das auch geschafft. Eingezogen sind wir dann doch erst am Mittwoch, weil wir bis dahin das Geld für ein paar Monatsmieten etc beraffen mussten (nochmal Danke an Yi an dieser Stelle).
Der restl. Tag verlief unspektakulär. Wir trafen uns dann noch mit der Agnes und fuhren zum Silk Market, weil die Agnes dort noch irgendwelche Olympis Sachen kaufen wollte. Danach gings noch schnell ab in ein Internetcafe und danach nach Hause um einzuschlafen.

Dienstag
Aufstehen um halb 5 in der Früh, da die Agnes schon früh am Flughafen sein musste, und wir ihr helfen mussten das Gepäck vom 18 Stock auf die Straße zu tragen (der Lift fährt zw 0 und 6 Uhr nicht). Das war dann im Endeffekt nur halb so wild wie angenommen, da wir sofort ein Taxi für sie fanden.
Nachdem wir uns dann wieder ein wenig hingelegt hatten, fuhren der Michi und ich nach Wudaokou rauf um uns ein bissl die Gegend der neuen Wohnung anzuschauen. Mehr oder weniger spontan beschlossen wir dann auch noch uns das Olympia Dorf anzuschauen und fuhren mit dem Bus dorthin. Dort waren wir dann jedoch ziemlich ernüchtert, da der Watercube und das Vogelnest weitestgehend abgesperrt waren (due to security reasons versteht sich -.-). Ein paar Fotos haben wir dann doch noch gemacht, auch wenn die ganze Zeit ein Zaun vor dme Fotoobjekt war ^^.
Danach fuhren wir nochmal in die Stadt ins Internetcafe und danach trafen wir uns mim Clemens (Unikollege aus Wien) und ein paar Arbeitskolleginnen von ihm um mit ihnen Eislaufen zu gehen, ja richtig gelesen, eislaufen. Das ganze war in einem Einkaufszentrum südlich des Zentrums. Wir kauften Karten für 100 Minuten. Die Schuhe waren mehr als gewöhnungsbedürftig (ich hatte keinen festen Halt) und das Eislaufen sowieso, da ich das letzte mal mit 8 Jahren eislaufen war! Vorteil an dem ganzen: Man betätigte sich sportlich. Nachteil: Durch mehrere Stürze aufgrund von übermütigem Fahrverhalten meinerseits aufgeschürfte Hände (keine Handschuhe), blauer Fleck am Knie, sowie nasse Hose. UND eine Blase am linken Fuß. Doch nach 100 Minuten war auch diese Qual/Spaß vorbei und es ging ab nach Haus, wo ich so gut schlief wie schon lange nicht mehr (Stichwort Erschöpfung).

Mittwoch:
Umziehen angesagt. Per Taxi mitsamt dem ganzen Gepäck zur Wohnugn gefahren, danach mit dem House Owner und der Agentin zur örtlichen Polizeistation gefahren um dort einen Meldezettel zu beschaffen. Danach fuhren wir noch zu einer Internetfirma, wo wir mein Internet für die Wohnung anmeldeten. Nachdem wir dann wieder zu Hause angekommen waren richteten wir die Wohnung ein bisschen ein, da manche Möbel mehr als gewöhnungsbedürftig platziert waren (warum steht eine Couch und der Kühlschrank und die Mikrowelle im Vorzimmer??). Auf dem Weg zum Mittagessen sind wir dann wirklich per zufall der Johanna über dne Weg gelaufen (Beijing ist vl doch nur ein Dorf), die ja auhc mit mir an der BLCU studiert. Nach dem Mittagessen lebten wir uns dann noch in der neuen Wohnung ein bevor es am Abend mit Johanna zu dritt Richtung Tiananmen ging um das neue Opernhaus zu begutachten. Von dort gingen wir dann zum Tiananmenplatz und nach dieser kleinen Sightseeingtur gings eh schon wieder nach Hause. Die erste Nacht in der eigenen Wohnung.

Donnerstag:
Der komplette tag war für Uni Registration reserviert. Vorgekommen bin ich mir dabei wie Asterix & Obelix mit dem Passierschein A 38. Man wird von einem Gebäude ins andere geschickt, von einem Stockwerk ins nächste. zB Ich wollte meine tuition fee mit VISA zahlen und musste deswegen extra in ein komplett anderes Gebäude rennen -.-
Auch super war, dass ich mal seit meiner Ankunft in China 3 neue Namen hab:
1.: Ingomar Stoller, ok is klar, das Ö gibt’s in China nicht
2.: Asgeir Ingason, der stand nämlich heute auf meinem Zahlschein für die Unigebühr oben. Keine Ahnung wie man auf den Namen kommt, er ist nicht mal die richtige Pinyintranskription meines deutschen Namens
3.: Wang Yingguo, mein Chines. Name, jedoch hab ich mir den selber aussuchen dürfen. Wobei „Wang“ soviel wie „König“ heißtund als Nachname fungiert und Yingguo soviel wie „heldenhafte Frucht“ bedeutet (nicht lachen!!)
Wie auch immer. Der Michi hat bei der Polizei als wir ihm einen Meldezettel beschafft haben auch einen neuen Namen bekommen und heißt jetzt Meingabner, weil das scharfe s ja wie ein b ausschaut ^^

Das ganze war sehr mühsam und ich hab mittlerweile schon so viele Zettel hergegeben und bekommen, dass ich schön langsam den Überblick verliere. Jedoch habe ich mittlerweile alles erledigt, bis auf wenige Sachen.
Morgen hab ich in der Früh den Einstufungstest und um 12 Uhr fahren wir dann mit dem Unibus zu irgendeinem Krankenhaus um dort unseren Health Check zu machen (war eh klar, dass ich den in China nochmal machen muss, auch wenn ich ihn in Österreich schon mal gemacht habe. Das beste daran: Ich darf für den in China nochmal zahlen, ca 40 €). Wenn ich dann das alles hab muss ich nur noch meinen Studentenausweis abholen und mein Visum verlängern, dann ist das erste mal geschafft.
Danach waren der Michi und ich noch beim Büro der Agentin um ihr das Geld für die Wohnung zu geben, der House Owner musste seine Kaution per Fahrrad abholen, da sein Auto heute nicht fahren darf (Stichwort gerades/ungerades Autokennzeichen).

Summa summarum geht’s mir also gut hier in China und das Leben nimmt schön langsam geordnete Formen an. Wie gesagt, die Option mich zu besuchen bleibt natürlich nach wie vor aufrecht. So, das ist jetzt mal eh genug für meinen ersten Eintrag hier aus Beijing, abschließend noch meine Kontaktdaten.
Hdy.: 0086 151 01 633 542
Adresse: Wangzhuanglu 27 Hao 6-621, Haidian District, 100083 Beijing, VR China
Und auf chinesisch: 王庄路27号6-621,海淀区,北京100083,中国

Also bis bald! Es freut mich antürlich, wenn mir ab und zu Leute was auf meine Mailadresse oder per Skype/ICQ schreiben :)


P.S.: Mein Blog ist hier in CHina zensiert, d.h. ich kann nicht drauf zugreifen und nichts updaten. Daweil wird mein Bruder Rü von Österreich aus den Blog aktualisieren, aber das is nur ne Zwischenlösung bis ich eine neue Blogadresse gefunden habe.

Samstag, 23. August 2008

Time to say Good Bye

Der Countdown läuft, nicht einmal mehr 24 Stunden bis zum Abflug. Die letzten Vorbereitungen sind getroffen. Komme am Sonntag um 9 Uhr Ortszeit in Peking an, habe imir auch schon Treffpunkt und alles ausgemacht. Das Wetter am Sonntag in Peking wird super: 35 Grad Lufttemperatur bei vorrausgesagtem Kaiserwetter. Der Yi hat mittlerweile auch schon mit meiner Wohnungsagentin gesprochen und die hat mir daweil mal 3-4 Wohnungen rausgesucht, die für mich interessant wären. Ich hab jetzt mal gleich am Montag Vormittag einen Termin bei ihr und wenn alles gut geht hab ich am Montag Abend, spätestens aber bereits am Dienstag meine eigene Wohnung. Derweil habe ich nur 2 große Probleme in Peking: Ich habe weder eine chines. SIM Karte, noch ein chines. Bankkonto. Ersterers Problem lässt sich bei der Ankunft am Flughafen leicht beheben, letzteres wird sicherlich kompliziert, da ich FIX davon überzeugt bin, dass die Bankangestellten keine Ahnung von Englisch haben und ich mich mit meinem (für Bankgeschäfte jedenfalls zu bescheidenen) Vokabular auf chinesisch durchschlagen werden muss (ich könnt ja glaub ich nicht mal auf englisch ein Konto eröffnen).
Na auf jeden Fall bin ich schon sehr gespannt, irgendwie kommt in mir jetzt schon langsam die Nervosität hoch. Am Sonntag, also am Tag meiner Abschlussfeier, ist ja voll fette Party in Peking angesagt, weil da die Abschiedsfeier von Olympia is, da werd ich aber auch nicht großartig weggehen können, weil der Michi am nächsten Tag um 0730 in der Früh mim Zug aus Shanghai ankommt, d.h. für mich um ca 5 Uhr aufstehen.
Wie auch immer, langsam aber doch heißt es Abschied nehmen aus Österreich. Heute habe ich die allerletzten Besorgungen gemacht. Gastgeschenk gekauft, Handy abgemeldet ( ein echt seltsames Gefühl). Gepackt habe ich bis auf Socken und Stromverteiler alles, abgewogen habe ich das ganze das letzte mal vor 2 Tagen und damals hatte es bereits 23 Kilo gewogen. Irgendwie eine seltsame Stimmung an diesem Freitag hier im sonnigen Wien. Mittlerweile überwiegt jedch in mir die Aufbruchstimmung und hat das letzte bisschen Melancholie verdrängt. Peking ich komme, mein nächster Eintrag wird von der andren Seite der Welt aus erfolgen, sobald ich an einen Internetanschluss rankomme (vl dann auch schon aus der eigenen Wohnung :) ).
Also bis dann!

Mittwoch, 13. August 2008

Abflugbereit

Mir fällt ein Stein vom Herzen. Abgesehen von der Tatsache, dass ich noch nicht gepackt habe, bin ich last but not least abflugbereit. Gestern war ich noch die letzten Teilimpfungen erledigen, heute habe ich mir das Visum auf der Botschaft abgeholt und bin danach gleich zur Zentrale der Ersten gefahren um dort ein paar Euros als Startkapital in Yuan zu wechseln. Meine Air berlin Top Bonus Service Card hab ich mittlerweile auch schon bekommen, d.h. ich kann jetzt mit 30 Kilogramm Gepäck fliegen, eine weitere große Erleichterung.

In 10 Tagen gehts also los, kann es kaum noch erwarten.

Mittwoch, 6. August 2008

Der Antrag

Der Tag begann heute für mich - trotz Ferien - bereits um 7:30 Uhr in der Früh. Da hat nämlich der Wecker geläutet. Grund: die chines. Botschaft hat heute von 8:30 - 11 Uhr offen. Zeit genug um ENDLICH (nach glaub ich mittlerweile 8 Besuchen) den Visumsantrag in der Botschaft zu stellen.
Doch alles der Reihe nach.

Als ich letzte Woche Blut abnehmen war (für den Labortest), fand schon mal das erste Drama statt. Besagte ärztliche Ordination (Details siehe letzter Post) war am Mittwoch nämlich zutiefst verwundert, wie ich denn um Himmels Willen einen Tag vor der Blutabnahme mich denn impfen lassen könne! nun ja: Natürlich hatte ich davor gefragt, ob das Impfen auf das Blutbild keien Auswirkung habe, die unqualifizierte Ordinationsgehilfin gab mir jedoch auf diese Antwort ein klares "Nein". Somit ging ich einen Tag vor der Blutabnahme mal gleich 4 Sachen impfen, womit jetzt einen Tag später natürlich mein ganzes Blutbild versaut war. Nach einer kurzen Diskussion zwischen der Ärztin und der unfähigen Gehilfin ("Aber natürlich hat das einen Einfluss aufs Blutbild!" etc) meinte ich, dass ich trotzdem den Labortest vornehmen lassen will, weil ich einfahc keine Zeit mehr habe! Außerdem glaube ich nicht, dass man durch eine FSME impfung plötzlich laut Labortest HIV positiv ist. Gut. Doch damit waren die Sorgen noch lange nicht vorbei.

Nach der Blutabnahme meinte die Ärztin, dass sie mich auf mind. 2 Sachen, die die chines. Behörden verlangen würden, nicht testen könne: Gelbfieber und irgendeine Krankheit, von der ich noch NIE in meinem Leben etwas gehört hatte (hat mit "L" angefangen). Des weiteren verwies sie mich auch gleich auf die Tatsache, dass kein Labor in Österreich für halbwegs finanzierbare Mittel fähig sei, jemanden auf Gelbfieber zu prüfen, da ja diese krankheit in Österreich seltener als selten - sprich eigentlich nicht existent - ist. Dass man diese ganzen Kosten natürlich nicht von der Krankenkasse refundiert bekommt versteht sich natürlich auch von selbst.
Wir einigten uns darauf, dass man mich auf so viel wie möglich testen solle. Daraufhin beschloss ich (wieder mal) noch am selben Tag zur Botschaft zu latschen um die Sache vor Ort zu erklären, da man telefonisch sowieso niemanden erreicht. In der Botschaft angekommen sagte man mir, dass man lediglich einen HIV Test brauche plus eben die zusätzlichen Unterlagen. Aha, plötzlich reicht auf einmal nur der HIV Test? Im April hat man mir noch ein ganzes Formular mit unzähligen Untersuchungen, EKG, Röntgen etc in die Hand gedrückt, und jetzt will man bloß einen stink normalen AIDS test haben? Der ganze (ärztliche) Stress der letzten Monate war also umsonst?

Anscheinend ja.

Letztendlich überwog dann in mir doch die Glücklichkeit, dass ich mir jetzt wenigstens die Sorgen um Gelbfieber und L-Krankheiten sparen konnte. Ich musste also nur noch eine Woche auf den Bluttest warten, in dem auch das HIV Ergebnis stehen würde.
Besagter Testbefund war eben diesen Montag abholbereit beim Arzt. Heute morgen ging ich damit zur Botschaft und habe endlichden Visumsantrag gestellt. Nach über 4 Monaten endlich geschafft. Nächsten Mittwoch kann ich das Visum abholen.

Jetzt nur noch einmal 2. teilimpfung für Japan B. Enciphalitis und Hepatitis A+B impfen gehen, und dann bin ich abflugbereit.

Dienstag, 29. Juli 2008

Todesängstliche Kleinkinder

So. Nach langem tut sich hier wieder was.Die letzten Mopnate waren stressig. Einserseits muss ich ehrlich zugeben, dass ich etwas verdrossen war nach den unzähligen (letztendlich unnötigen) Botschaftsbesuchen mich nochmal voll in die Chinaorganisation reinzuhängen. Hab das ganze daher auf Sommer aufgeschoben. Im Juni waren dann die ganzen Prüfungen auf der Uni (übrigens alle gut gegangen). Im Endeffekt war der schwierigste, weil aufwendigtse, Teil alles was mit medizinischen Untersuchungen zu tun hat, die ich fürs Visum brauche. Unglaublich was da alles verlangt wird. Unzählige Röntgen, EKG, Bluttests usw usf. Im Juni konnte ich lediglich das Röntgen hinter mich bringen.Im Juli hatte ich mich dann fest entschlossen die restl. Untersuchungen bei meinem Hausarzt durchzuführen. Pech dabei: Ich war den ganzen Juli beim Bundesherr und damit nicht privat krankenversichert (sondern beim Bundesheer). Das hatte ich total vergessen, somit musste ich den Termin wieder absagen. Dummerweise ist die Ärtztin auch genau dann im Urlaub, wenn ich vom Bundesheer zurückkomme. Gut. Jetzt muss ich zur Urlaubsvertretung gehen, allerdings handelt es sich hierbei anscheinend um eine etwas kompliziertere Praxis.

Wieder mal hab ich das Ganze per Telefon von der Kaserne aus organisiert (extrem mühsam). Gut. Bei der Vertretung angerufen, mein Problem erklärt. Daraufhin die Sekretärin: Sie muss eine neue Kartei für mich anlegen (da ich ja noch nie dort war) und braucht meine Daten. Daraufhin wollte ich ihr alle Daten telefonisch durchgeben. Denkste! Geht nicht! Man muss persönlich vorbei kommen, weil sie die Ecard braucht, die sie dann ins Gerät stecken kann und so alle Daten kriegt. Netterweise kann man aber auch einen Verwandten schicken, der alle pers. Daten kennt. Gut. Auf die Frage ob ich mir nicht wenigstens schon einen Termin ausmachen kann und dann zum Termin die Daten mitnehmen kann, meinte sie ebenfalls nein: sie braucht zuerst die Bestätigung, dass ich privat versichert bin -.-

Gut. Da ich unter der Woche in der Kaserne war musste ich meinem Bruder meine Ecard und Blutgruppenausweis geben. Der is dann extra zu der Ärtztin gefahren nur um ihr diese Karten zu zeigen (das muss man sich ja wirklich auf der Zunge zergehen lassen!). Doch auch das reichte nicht, denn als die Sekretärin die Ecard ins Gerät schob, sah sie, dass ich derzeit keinen zivilen Versicherungsschutz habe (eh klar, bin ja auch für die 3 Wochen beim Heer versichert). Hab auch meinem Bruder gesagt, dass er ihr das erklären soll. Hat er gemacht, sie wollte das trotzdem nicht akzeptieren (!!!) und somit konnte man wieder keinen Termin ausmachen! Nach einem kurzen aggressionsgeladenen Telefongespräch übers Heeresversorgungsgesetz hatte es die Dame dann anscheinend doch verstanden und ich durfte ENDLICH in die Ordination. Somit hab ich jetzt morgen Bluttest und EKG, das Ergebnis liegt am Donnerstag auf.
Dann kann ich endlich mit dem Gesundheitswisch zur Botschaft latschen am Freitag. Finally.
Ansonsten gibt es aber noch viel mehr zu organisieren. Heute war ich impfen – 3 Impfungen auf einmal: Hepatitis A+B sowie Japan B. Encephalitis (beide 1. Teilimpfung, 2. Teilimpfung in 2 Wochen) und FSME Auffrischung am Gesundheitsamt. Am Gesundheitsamt herrschte aufgrund von aus Todesängsten heraus schreienden Kleinkindern (Stichwort Spritze) ein Lärmpegel, vor dem sogar eine Boeing Respekt hätte. Doch schließlich war auch das geschafft.

Dann habe ich überdies hinaus noch bei Air Berlin angerufen um zu fragen wie das denn mit dem Übergepäck sei, denn mit 20 Kilo für ein Jahr auszukommen ist ja eigtl. ein Witz. Es gibt jetzt 3 Möglichkeiten:
Möglichkeit 1: Die logische Variante: Wenn man hin und retour Ticktes bucht und länger als 26 Tage bleibt, darf man 30 Kilo mitnehmen. Da ich aber nur one way gebucht habe fällt das weg, außerdem ist aufgrund der steigenden Ölpreise unklar ob Air Berlin die Peking Route nächstes Jahr noch anfliegt. Möglichkeit 1 tot.
Möglichkeit 2: Die russische Variante: einfach mit Übergepäck hinkommen und für jeden Kilo Übergewicht 10€ zahlen (!). Bei 30 kg also 100€ zusätzlich, um das Geld komm ich mit Air Berlin schon nach Mallorca. Nein danke.
Möglichkeit 3: Die Zwangsbeglückungsvariante: Air berlin Service Card für 40€ im Jahr kaufen. Ist ne Art Bonusmeilenprogramm mit Zusatzleistungen wie zB Sitzplatzsuwahl, Rabatt, und eben immer Reisegpäck von 30kg sowie einer zusätzlichen Sporttasche bis zu 70kg (zB Fahhräder). ALLERDINGS nicht auf allen Flügen. Jetzt muss ich mich dahingehend mal informieren. Wenn das auf meinen Flug zutrifft: Passt, immerhin zu Variante 2 ein Ersparnis von 60 €.

Soviel mal zum aktuellen Stand der Dinge. Morgen stell ich auch noch das Reiseprogramm für die Semesterferien online, für diejenigen, die egrn mehr von China sehen wollen. Daweil sind wir ca 5-10 Leute, ein paar Studienkollegen von mir fix und Matz, Stefan, Ernst und Atef haben Interesse bekundet. Gebucht wird im Oktober, je früher jemand zusagt desto besser. Details folgen beim nächsten Eintrag.

Sonntag, 27. April 2008

Falschmeldung

Ok, ich fass mich kurz:
Die Meldung aus meinem letzten Blogentry hat sich mittlerweile als Falschmeldung herausgestellt. Für Studenten bleibt alles so wie es bisher war. Das haben Rücksprachen mit der Botschaft und der Uni in Peking ergeben.
Also kein Stress. Gott sei Dank.

Donnerstag, 17. April 2008

China weist ausländische Studenten aus

So. Nun ist es soweit. Irgendwie hab ichs mir schon immer gedacht, dass es mal zu sowas kommen könnte, aber dass China letztendlich doch so weit gehen würde hätt ich mir dann doch nicht erwartet.

Seit ca 15 Minuten kursiert die Nachricht auf den Websites aller namhaften Nachrichtenagenturen.
China weist für den Zeitraum von Olympia alle ausländischen Studenten aus dem Land aus. Sprich im Juli und August müssen alle anwesenden "Oversea-Students" aus dem Land raus und alle neuen dürfen nicht rein. Das ist natürlich jetzt mehr als blöd für mich, da ich eigtl. am 24. August - also einen Tag nach Olympia in Peking ankomme. AUßerdem muss ich mich bis spät. 30. August an der Uni angemeldet haben - ansonsten kann ich nicht aufgenommen werden.

Leider sind sämtliche Artikel sehr ungenau. In manchen Artikeln steht, "dass Peking ausländische Studenten ausweisen WILL bzw es vor hat" in andren Artikeln steht wieder, dass es bereits beschlossene Sache ist. Außerdem widersprechen sich die Artikel. Zum Einen wird behauptet, dass man lediglich zur Zeit der Olympischen Spiele (8.8-23.8.) nicht in China sein darf, zum Anderen wird behauptet, dass man im ganzen Juli und August nicht in China sein darf (was ja völlig absurd ist, weil die Semester auf den chines. Unis bis Mitte Juli gehen). Von offizieller Seite ist derzeit leider noch nichts zu erfahren, auf der Seite der chines. Botschaft steht auch noch nichts.

Ziemlich ärgerlich das ganze. Einzige Möglichkeit dies zu umgehen wäre mit einem extra Visum für Touristen ins Land zu kommen. Dafür bräuchte ich aber einen neuen Reisepass - summa summarum Zusatzkosten von ca 100€. Wirklich ärgerlich! Nicht einmal der alte Trick Hongkong als Schleuse nach China zu benutzen funktioniert mehr - das wurde durch neue Erlässe auch schon verhindert. Ich bin jetzt mal gespannt ob in den Nachrichten um 13 Uhr was kommt. Ansonsten hab ich ein echtes Problem.

Donnerstag, 3. April 2008

Aller guten Dinge sind 4

So. Ich war jetzt schon zum vierten mal innerhalb von 2 Wochen auf der chinesischen Botschaft um ENDLICH den Antrag auf mein "permanent resident-Visum" einzureichen. Bis jetzt hatte ja die Botschaft oder besser gesagt die dazugehörige Konsularabteilung jedes mal zu.
Es beginnt ja schon mal damit, dass auf der Homepage NIRGENDS die Adresse oder die Öffnungszeiten (in der heutigen von Bürokratie durchwachsenen Zeit zu beachten!) der Botschaft stehen - dafür aber dutzende Essays über diverse innenpolitische Konfliktthemen die VR China betreffend wie zB die Taiwan- oder Tibetfrage.

Apropos Tibet: Wegen der derzeitigen Krise - oder wie immer man es nennen will - hatte nämlich die Botschaft beim AUsbruch dieser sog. Proteste mal prompt eine Woche zugesperrt. Natürlich genau der Zeitpunkt, als ich zum ersten mal vor Ort war.
Dann habe ich auch zum ersten mal die Öffnungszeiten der Konsularabteilung gesehen.
Mo & Mi: 8:30-11 Uhr und 14-16 Uhr
Fr: 10-12 Uhr
Ohne Worte.

Beim zweiten mal hat einfach niemand auf mein Klingeln reagiert, auf der Eingangstür stand lediglich, dass die Konsularabteilung am Fr, dem 4. April aufgrund des chines. Qing-Ming Festes geschlossen sei.
Beim 3. mal stand vor der Tür nur ein protziger Halbaffen-Security-Typ, der mich prompt fragte was ich hier zu suchen habe. Nachdem ich ihm mein Anliegen nahe gebracht hatte, erklärte er mir, "dass die chines. Konsularabteilung zugemacht hat und erst wieder ab Mittwoch offen ist".

Gut. Jetzt war ich am Mittwoch wie gesagt schon zum 4. mal vor Ort. Bin deswegen extra 2 Stunden früher aufgestanden. Positives vorweg: Die Konsularabteilung hatte offen. Negativ: ca 100 Leute vor mit in einer Schlange bis an die nächste Straßenecke angestellt. Nach ca 1,5 Stunden warten war ich endlich dran, reiche zufrieden meine ganzen Unterlagen ein, bis mir der Botschaftsheini sagt, dass ich einen Gesundheitscheck machen muss um einzureisen. Das war mir zwar durchaus klar, jedoch hat mir die BLCU gesagt, dass ich den auch in China machen kann, was ich eigtl. aus Kostengründen auch vor hatte. Aber mit Bürokraten lässt sich ja bekanntlich schwer verhandeln, er beharrte auf der Meinung, dass ich den Test in Österreich machen muss. Toll. 1,5 Stunden umsonst angestanden. Wenigstens hat er mir zum Trost das Healt-Check Certificate in die Hand gedrückt mit dem ich jetzt alle erdenklichen Ärzte belästigen darf.

Und das Beste: Die Botschaft hat zur Abwechslung kommende Woche mal wieder zu -.-

Montag, 31. März 2008

Der Anfang

Hallo alle miteinander!

Ihr fragt euch sicher jetzt eines: Wieso ein eigener Blog?
Nunja. Ich denke, dass das hier eine relativ konventionelle Methode ist euch über die aktuellen Ereignisse in Peking im Zuge meines Auslandsjahres in Peking und die damit verbundenen Vorbereitungen zu informieren. Keiner wird regelmäßig von Infomails überflutet und niemand muss einem Forum beitreten um Kommentare o.ä. zu hinterlassen.
Wäre da nur noch eine Frage für jene offen, die noch nicht so gut informiert sind:

Was mache ich eigentlich ein Jahr in Peking?
Wie sicherlich alle von euch wissen studiere ich derzeit an der Uni Wien Sinolgie im nunmehr vierten Semester. Da eine Fremdsprache natürlich am leichtesten im entsprechenden Ausland erlernbar ist, war es bei mir nur eine Frage der Zeit, bis ich mal in China lande. Um es also auf den Punkt zu bringen: Ich werde ab September mein Studium für ein Jahr (2 Semester) an der 北京语言文化大学/ Beijing Language and Culture University (BLCU) in Peking weiterführen - ab 23. August bin ich in Peking. Werde dort hauptsächlich Sprachkurse belegen, evtl. auch Vorlesungen besuchen (muss die Details erst vor Ort klären). Wohnen werde ich bei der Tante eines chines. Freundes, was sicherlich auch lustig werden wird da sie kein Wort Englisch spricht und nur Chinesisch kann.

Ihr könnt mich auch jederzeit besuchen kommen und bei mir wohnen - kann jedoch nur ca 2-3 Leute gleichzeitig beherbergen aufgrund von Platzmangel. Werde später in diesem Blog noch bei Gelegenheit eine Liste erstellen, auf der sich jeder, der Lust hat, eintragen kann wann er denn kommen will (nur um eine Terminkollision zu vermeiden, da sich im Vorhinein schon ziemlich viele Leute angekündigt haben). Vorerst konkrete Vorschläge einfach als Comment posten :)

Jedoch habe ich nicht immer Zeit, da ich nicht durchgehend in Peking sein werde. Ein paar Eckdaten kann ich euch schon geben:

17.-19. Oktober 2008: Formel 1 GP von Shanghai
2. Jännerhälfte 2009: Reise nach Japan (ca. 1-2 Wochen)
Zeitraum Februar/März 2009: Strandurlaub in Hainan
Sommer 2009: Reise nach Lhasa, Tibet und Taiwan (Details folgen)

Natürlich seid ihr herzlich eingeladen mich auf meinen Reisen zu begleiten. Ich denke, dass v.a. Japan und ein Strandurlaub im Februar/März den Einen oder Anderen reizen würden. Wie gesagt, werde ich im Laufe der Zeit versuchen einen Kalender mit allen Daten in diesem Blog zu veröffentlichen.

So, möchte euch nicht länger belästigen. Zum Abschluss noch ein Bild aus Hainan zur Anregung ;)