Samstag, 20. September 2008

*UPDATE* Milchskandal aufgeflogen

So ich war grad im Supermarkt, die Milchregale sind bis auf ganz wenig Produkte leer geräumt! Jeder Milchartikel wird einem zu unglaublich niedrigen Aktionspreisen nachgeschmissen (zB ein Liter Milch umgerechnet 20€Cent), bei so gut wie allen Produkten herrscht das "Nimm 2 zahl 1"-Prinzip.

Freitag, 19. September 2008

Milchskandal aufgeflogen

Hier in Peking bzw in ganz China ist derzeit mehr oder weniger die Hölle los. Thema Nummer eins ist seit spätestens seit heute Morgen Ortszeit der Milchskandal ( http://orf.at/080918-29644/index.html ) mitsamt seinen Folgen. Denn entgegen der ursprünglichen Behauptung chines. Medien, dass der giftige Stoff Melamin nur in Milchpulver für Babynahrung vorkommen würde, wurde heute Früh Ortszeit im Rahmen der Morning News auf CCTV richtig gestellt, dass Melamin sehr wohl auch in weitaus mehr Produkten vorgefunden wurde. So sind zB nicht nur Babymilchpulver, sondern auch normale Milch sowie Eis & Joghurts betroffen. Mehr als 20 Firmen sind offenbar in den Skandal verwickelt, darunter der Olympiasponsor, die Marke, die ich die ganze Zeit gekauft habe. Nun ist mir auch klar, warum ich immer Magenprobleme der ärgeren Kategorie hatte, nachdem ich hier in China Milch getrunken hatte.

Konsequenz Nummer 1: Jede verbliebene Packung Milch in meinem Kühlschrank – egal ob geöffnet oder nicht – sofort weggeworfen. Konsequenz Nummer 2: Die nächsten paar Wochen ohne Milch(produkte) auskommen.

In der Uni war das Thema natürlich heut auch Gesprächsstoff Nummer 1 („hey have you heard already…?“). Wie ich mittlerweile gehört habe, dürfte der Skandal im Ausland schon seit Mittwoch Abend bekannt sein, bei uns ist erstmal wirklich „groß“ heute Freitag Morgen Ortszeit darüber in den Medien berichtet worden. Ich selber habs zum ersten mal Donnerstag Abend Pekinger Ortszeit von meinem Bruder gehört. Ich bin auf jeden Fall mal gespannt was jetzt in den Abendnachrichten alles Neues ans Licht kommen wird…

UPDATE: Alle Mailportale sowie Youtube Videos mit den Tags "China" & "Milk" sind derzeit gesperrt!

Donnerstag, 11. September 2008

Olympia-Terror

Es ist Mittwoch und mittlerweile hat sich viel getan, die Uni hat begonnen – genauso wie die Paralympics und der Michi is mittlerweile wieder in Wien bzw Österreich. Grund genug für ein Blog Update.
Beginnen wir mal mit der Uni, die hat ziemlich genau vor einer Woche begonnen, doch bevor die Uni begann gabs am Vorabend noch ein Orientation Meeting, das von der lokalen Polizeistation am Unicampus organisiert worden war, zu dessen Teilnahme man mehr oder weniger verpflichtet war – Zitat: „[…] You will be responsible for any results caused by your absence from the meeting.“ -.-
Im Endeffekt glich dieses Orientation Meeting, bei dem der Chef der örtlichen Polizeistation einen Vortrag hielt, mehr einem Angstmache- bzw Belehringsmeeting a la China. Neben wenigen nützlichen Informationen (Notrufnummern, wann sind Feiertage und Ferien) wurde uns vor allem in diesen zwei Stunden nahe gelegt was wir in China alles nicht dürfen und was uns (aufgezeigt anhand von tw mehr als übertriebenen, aber angeblich wirklich geschehenen Beispielen) alle in Folge eines Gesetzesverstoßes geschehen könne. Nachdem also der Angstmachteil (welcher einen Großteil des Meetings in Anspruch nahm) beendet war folgte jener Teil, der in jedem Jugendlichen der Welt ein De ja vus hervorrufen würde: Der „Kind ich mach mir Sorgen um dich“-Teil, welcher vor allem beinhatete:
- betrinkt euch nicht
- schaut auf der Straße nach links rechts links
- passt beim Mopedfahren auf
- nehmt keine Drogen
- habt keine sexuellen Orgien (!!)
- sperrt eure Wohnungen gut ab
- macht keinem Fremden die Tür auf
Wie auch immer, einziger Grund warum ich dieses Meeting nicht vorzeitig verlassen habe, was das Versprechen, dass wir am Ende des Meetings unsere Studentenausweise bekommen würden, was dann auch der Fall war.

Doch wieder zurück zum Uniunterricht. Grundsätzliches: Wir haben hier 20 Wochenstunden, von Mo-Fr jeweils 4 Stunden am Vormittag, alles Sprachkurse, die noch dazu denen in Wien sehr ähneln (Grammatik, Sprechen/Hören, Schreiben/Lesen, Alltagskommunikation). Vom Schwierigkeitsgrad her gibt’s hier mehrere Levels beginnend bei: Treshold, Elementary, Upper Elementary, Lower Intermediate, Upper Intermediate und Advanced. Zuerst haben sie mich in Elementary gesteckt, was jedoch wirklich viel zu leicht war. Als ich mir dann das Buch angeschaut hab hab ich auch gesehen, dass der Stoff ca dort ansetzt wo wir in Wien Anfang des 3. Semesters begonnen haben. Nach der ersten Stunde bin ich dann gleich zum Registration Office in den 10. Stock gerannt (die Aufzüge im Hauptgebäude funktionieren nicht) und hab denen irgendwie versucht weis zu machen, dass diese Klasse für mich zu einfach ist und ich in eine schwierigere will. Konnte mir dann Bücher aus den höheren Levels anschauen und hab dann im Endeffekt beschlossen in Upper Elementary zu gehen, das setzt vom Stoff her am Beginn des 4. Semesters an, also recht gut. Die Johanna ist ebenfalls in eine höhere Stufe gegangen, nur eben eine über mir, nämlich Lower Intermediate. Hab mir da auch die Bücher angeschaut, wär auch gegangen, nur waren da wirklich schon viele Vokabel, die ich nicht konnte und so ließ ichs daweil mal lieber bleiben.
Also teilte ich denen mit, dass ich nur eine Stufe aufsteigen will, was zur Folge hatte, dass ich mal gleich aus dem Stehgreif raus eine kleine „Prüfung“ machen musste ob ich denn wirklich „reif“ für die nächste Stufe bin. Im Wesentlichen sah das Ganze so aus, dass ich einfach von der letzten Lektion aus dem Elementary Buch irgendwas vorlesen musste, was allerdings wirklich einfach war.
Im Endeffekt hab ich diese Einteilung per Testergebnis überhaupt ziemlich angezweifelt bzgl. Ihrer Effizienz, da ich in der Elementary Klasse als jemand drin saß, der schon seit 2 Jahren Chinesisch lernt. Gleichzeitig gabs dort aber auch Leute, die erst 2 Monate oder gar schon 5 Jahre lernten! Also irgendwas dürfte da nicht geklappt haben. War im Endeffekt auch nicht der einzige, der Klasse gewechselt hat.
Naja, jetzt bin ich auf jeden Fall in Upper Elementary und fühl mich recht wohl hier, ist genau meine Schwierigkeitsgrad. Die Klasse (so wie alle andren auch) hat ca eine Größe von 15-20 Leuten, die Lehrer sind alles Native Speaker und sprechen dementsprechend nur Chinesisch (die meisten können gar kein Englisch). Auch die Schüler reden untereinander Chinesisch – zumindest im Unterricht, danach dominiert natürlich Englisch. Dominante Nationen in meiner Klasse sind diverse asiatische (insbesondere S-Korea und Japan) und diverse südamerikanische Länder.
@ Michi: Ja, die Japaner haben in der Tat auch bei uns eine äußerst gewöhnungsbedürftige Aussprache, sprechen jedoch gut Englisch, so dass es nicht notwendig ist, sich mit ihnen auf Chinesisch rumzuplagen ;) Außerdem haben wir einen Kubaner in der Klasse, bei dem man nicht unterscheiden kann ob er gerade Spanisch oder Chinesisch spricht, weil er die Pinyin (für Nicht Sinologen: ist die Transkription von chinesischen Zeichen in unser Alphabet) wirklich genau so ausspricht, wie sie dort stehen, d.h. zB wenn dort 对面 steht, dann spricht er es auch wirklich duimian aus ^^. Ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber man gewöhnt sich dran. Ansonsten kann ich mich daweil echt nicht beschweren die Lehrer sind total bemüht einem den Stoff näher zu bringen. Man bekommt auch in der Regel wirklich viel Aufgabe, durchschnittlich sitz ich jeden Tag 2h oder mehr vor der Aufgabe, womit eigtl. die Zeit bis 15 oder 16 Uhr schon mal mit Unizeugs abgedeckt ist. Auch das Lerntempo ist ziemlich schnell, alle drei Tage starten wir eine neue Lektion, wobei eine Lektion ca den selben Umfang hat wie die aus unseren Lehrbüchern in Wien (also etwas mehr als 30 Vok. Und halt neue Grammatik etc.). Außerdem gibt’s alle paar Stunden ein Diktat, das man dann auch abgeben muss, weil das benotet wird, spätestens dann beginnt man Zeichen zu lernen :) Generell wird hier versucht den Leistungswillen anzukurbeln, zB wird jedes mal beim Austeilen der verbesserten Aufgaben alles laut vorgelesen, was wer falsch/richtig gemacht hat - vor der ganzen Klasse. Soll anscheinend auf den Schamgedanken abzielen, dies ist übrigens auch eine völlig gängige Methode an den normalen Schulen hier in China. Dort geht man sogar noch einen Schritt weiter, indem man den Kindern ihre Noten auf die Stirn schreibt (zumindest hab ich das mal in einer Doku auf CCTV gesehen^^). Der einzige Haken daran ist, dass derartige Methoden irgendwie bei den westl. Studenten nicht wirken, denn (zumindest ich) schäme mich nicht für eine schlechte Note. Wie auch immer, grundsätzlich bestehen unsere Aufgaben meist aus dem selben: ein Tagebuch auf chinesisch führen, regelmäßig die neuen Vokabeln schreiben & lernen und zum Anschauen dem Lehrer geben, diverse Grammatikübungen machen usw.
Ansonsten: Anscheinend nimmt es die Uni mit den Fehlstunden nicht zu ernst, da man summa summarum 5 Wochen durchgehend fehlen kann ohne auch nur eine Verwarnung zu bekommen, dagegen sind ja die 3 Stunden pro LV in Wien wirklich org!

Nächstes Thema: die Paralympics haben begonnen. Es gab ja nun eine 2 wöchige Pause zwischen Olympia und den Paralympics. Doch wer glaubt, dass es da tote Hose in China bzgl Oympia Euphorie gab, der irrt gewaltig. Irgendwie bekommt man hier schnell den Eindruck, dass die Chinesen nicht so recht wahrhaben wollen, dass Olympia – der Event auf den man Jahre lang hingearbeitet hat, der Event der schon als Beginn einer neuen Zeitrechnung galt - in wenigen Tagen für immer und ewig Geschichte sein wird. Besonders regelmäßige Benutzer des öffentlichen Verkehrssystems bekommen das zu spüren. Auf den Fernsehschirmen in den Ubahnen und den Bussen wurden tagelang immer die selben Highlights der Eröffnungsfeier (aber nie aus der Abschlussfeier!) von Olympia gezeigt, in der morgentlichen und abendlichen Rush Hour wurden in den Ubahn Waggoons abwechselnd das „Beijing huanying ni“ und „Me and you, from one World“ Lied über die Lautsprecher eingespielt – auf voller Lautstärke und lediglich von den Stationsansagen unterbrochen. Doch auch im Fernsehen ging der „Olympia-Terror“ weiter. Dass CCTV 5 (der chines. Sportsender) die 2 Wochen Pause irgendwie den Highlights aus Olympia widmen musste, war klar. Jedoch auch andere Sender wie B-TV 2 (Beijing TV 2) und andere CCTV Kanäle zeigten die Wiederholungen von ganzen Wettkämpfen – naturgemäß nur jene in denen China gewann. Auch auf der Uni bzw dem Campus entkommt man Olympia nicht. Besonders nich auf dem Campus der BLCU, da in unserer Sporthalle irgendwelche Wettkämpfe bzw Vorbereitungen für diese stattfinden. Das hat zur Folge, dass derzeit das ganze Sportgelände großzügig ageseperrt ist, auf allen zehn Metern Polizisten stationiert sind und ständig Paralympics Busse mit Teilnehmern drin ein- und ausfahren.
Soweit ich es mitbekommen habe wurde ja vergangenen Samstag im österr. Fernsehen – zumindest im ORF – nicht die Eröffnungsfeier der Paralympics übertragen. Doch hier in Beijing konnte man der Eröffnungsfeier ja irgendwie nicht entgehen. Da ich sowieso vom Vorabend noch ausnüchtern musste, beschloss ich am Samstag Abend nicht fort zu gehen und mich voll und ganz dem Millionen teuren Propagandaspektakel im TV hinzugeben.
Hierbei setzte man gewohnt auf jene Ressource von der man in China am meisten zur Verfügung hat: Menschen. Der Großteil der Showakte war geprägt von einem unglaublichen Aufmarsch an Menschenmassen in tw. Mehr als trashig geschmacklosen Kostümen (zB in Ganzkörper-Latex Kostümen in Regenbogenfarben im Eröffnungsshowakt). Allein für den Showakt „The Interlinked Lotus Leaves of midsummer“ standen 4000 Kinder als Statisten zur Verfügung, die in dermaßen makelloser Perfektion simultane Kopfstände und sonstige Bewegungen ausführten, dass sogar die Massengymnastiken unter der Leitung eines Hitlers oder Kim Jong Ils alt dagegen aussehen würden. Doch die Grenze zwischen Imposanz und Propaganda ist ja bekanntlich ein unklare.
Was in einem derart großen chines. Spektakel neben Menschenmassne natürlich nicht fehlen darf ist der Kitschfaktor. Bereits im Vorfeld wurde der an Empathie und Kitsch kaum zu übertreffende Song „Everyone is Number One“ in allen TV Stationen etc. regelrecht tot gespielt (bzw dessen Musikvideo http://www.youtube.com/watch?v=k7R6Pkx_4kU), doch auch die Songs, die während der Eröffnungsfeier live performt wurden, standen dem in facto Kitsch um nichts nach. Alle Songs wurden von Menschen gesungen, die in irgendeiner Form an einer körperlichen Behinderung leiden. So zB gleich das erste Performancestück, gesungen von einem Blinden, der Text ging etwa in die Richtung „Ich kann dich nicht sehen, spüre jedoch deine Wärme; Wasser ich kann dich nicht sehen, du erfrischst mich aber jedes mal aufs Neue etc). Nach minutenlangem Applaus und Großaufnahmen von weinenden Zuschauern wurde noch das Sahnehäubchen draufgesetzt, indem der Sänger über das Stadionmikro „seine Mama und seinen Papa, sowie euch alle“ grüßen ließ. Die Tränenorgie war perfekt.
In ähnlicher Gangart prozedierte die Show, auch wenn bei einigen Stücken der Zusammenhang zwischen dem Showakt und den Paralympics (zumindest für mich) unklar schien. Höhepunkt der Zeremonie war natürlich die Entzündung des Olympischen Feuers durch einen im Rollstuhl sitzenden Mann. Dessen Rollstuhl wurde mittels einer speziellen Vorrichtung an ein Seilsystem gekoppelt. Um das Olympische Feuer zu entzünden musste sich der Mann mitsamt seines Rollstuhls und der daran befestigten Fackel am Seill hochziehen. Vom Boden des Stadions bis an die Spitze zur olympischen Fackel! Und das nur mit den Kräften seiner Oberarme. Gekonnt wurden schmerzverzerrte und verschiwtzte Gesichtsausdrücke des Mannes in Großaufnahme inszeniert, im Hintergrund das anfeuernde Publikum. Dann, ca auf der Hälfte der Strecke, machte der Mann eine kurze Pause, wischte sich den Schweiß von der Stirn, sah nach oben zu der noch zurückzulegenden Strecke, biss die Zähne zusammen und zog sich weiter, Zentimeter für Zentimeter hoch – dermaßen laut von den Massen umjubelt, dass jeglicher österr. Fußballtorjubel bei Österreich gegen Frankreich damit in den Schatten gestellt wurde.
Summa summarum muss man sich jedoch eingestehen, dass die Show schön zum Ansehen war, leider konnte ich – obwohl ich nur 4 Kilometer vom Vogelnest weg wohne – nichts vom abschließenden Feuerwerk mitbekommen, da ich nur im 2. Stock wohne und lauter Gebäude meine Sicht versperren.

Die Paralympics sind also mittlerweile in vollem Gange, doch erneut stellt sich mir die Frage, was mit China passieren wird, wenn Olympia nächste Woche endgültig vorbei ist. Wird man in ein Loch fallen? Zumindest Shanghai kann sich über die EXPO 2010 freuen, aber Beijing wird wohl auch wieder langsam zu seinem Alltag zurückkehren, wieder alle Autos fahren und alle Fabriken wieder in Vollbetrieb gehen lassen. Es werden keine Silberjodit-Raketen mehr in den Himmel geschossen werden um schönes Wetter zu garantieren, der Smog wird seine übliche Dichte annehmen und die Ubahnen werden nicht mehr so lange am Abend fahren.
Die letzten westlichen Touristen werden endgültig abreisen, und auch die typisch chinesischen roten Olympia Banner werden allmählich von den Straßen verschwinden.
Trotzdem: eine ungewisse Zeit liegt vor Beijing.

Montag, 1. September 2008

Klogeschichten

Eine Woche in China ist vorbei und in den letzten Tagen ist ebenfalls viel passiert. Dominantes und auch leider etwas ärgerliches Thema war in den letzten Tagen mein WC. Dieses war nämlich seit Donnerstag Abend verstopft. Zuerst versuchten wir das Problem selber zu beheben, mit Saugnapf und Handschuhen, was aber alles nicht wirklich half. Da wir selber keine Zeit hatten, dass jemand das Klo reparieren kommt (wir hätten den ganzen Tag zu Hause bleiben müssen), waren wir gezwungen den ganzen Freitag und Samstag Vormittag ins um die Ecke liegende Einkaufszentrum aufs klo zu gehen, was zwar immer ein recht amüsanter Ausflug war, sich ejdoch insofern als Problem herausstellte, als dass das Einkaufszentrum um halb 10 zusperrt. Wenn man also in der Nacht aufs Klo muss: Pech gehabt. Aber im Endeffekt haben wir uns eh schnell dran gewöhnt.Am Freitag hatte ich in der Früh einen Einstufungstest, damit meine Chinesischkenntnissen überprüft werden konnten, danach ging es auf zum Physical Check mit dem Uni Bus, zusammen mit andren Studenten. Diese Busfahrt war insofern super, weil man nun endlich Socializing betreiben konnte. Da alle quasi im selben Boot saßen fand ich schnell gleich Gesinnte die sich genauso wenig auskannten wie ich ^^. So fand ichn schnell Kontakt zu einer Kanadierin, einer Amerikanerin, einr Dänin, einer Holländerin sowie zu einem Nepalesen. Der daraufhin folgende Health Check, der Studenten von der Kommunistischen Partei vorgeschrieben wird, fand dann doch realtiv gut organisiert statt. Man bekam einen Laufzettel und konnte nach eigenem Ermessen die einzelnen Ärzte im Krankenhaus ablaufen. Auf gut Glück hatte ich meinen Bluttest (auf deutsch!) mitgenommen und vorgewiesen und konnte mir somit den Bluttest ersparen, da die Krankenschwester lediglich bei „HIV“ das Wort „negative“ suchte. Summa summarum war die ganze Sache dann nach ca 3 Stunden vorbei und es ging wieder zurück zur Uni.Am Freitag Abend beschlossen wir dann mal kurzerhand die Stadt unsicher zu machen und das Nachtleben zu erkunden und fuhren nach Sanlitun. Sanlitun ist ein Stadtteil in Beijing, der relativ zentral liegt und quasi Beijings Bermudadreieck ist, nur mit etwas mehr Auswahl. Anfangs waren wir in einem zeimlich coolen Lokal, wo wir auf dem Dach sitzen konnte. Oben wurde Live Musik gespielt (Lounge mäßig) und man hatte bei genussvollen Cocktails einen prima Ausblick auf das nächtliche Beijing. Nachdem wir einiges getankt hatten ebschlossen wir dann noch ins „Butterfly“ weiterzuziehen, was ca dem Wiener „Kaktus“ entspricht. Also klein, abgefuckt, aber saugünstig. Ein Bier 1€. Dort blieben wir dann noch ein bisschen beschlossen aber nach Haus zu fahren, weil wir am nächsten Tag in einen Vergnügungspark fahren wollten. Samstag:Der Vergügungspark fiel sprichwörtlich ins Wasser da es in der Früh wie aus Kübeln schüttete. Während der Michi den Beihai Park besuchte beschloss ich einen tag zu Hause zu verbringen und mich um die toilette zu kümmern. Zuerst rief ich die Agentin an, die kam wenige Minuten später mit einem Arbeitskollegen bei mir zu Hause an. Zuerst probierten wir zu dritt nochmal selbst das Klo zu reparieren, dabei zerstörte der Kollege den Suagnapf, indem der harte alte Gummi einfach durchbrach. Gut, auf zum Supermarkt und einen neuen kaufen, dieser stellte sich jedoch als ziemlicher Scheiß heraus, das bei diesem Exemplar der Gummi zu weich vor und sich nach hinten durchbog (ich glaube ihr wisst, was ich meine). Gut, mit diesem Saugnapf war es ebenfalls unmöglich die Toilette zu reparieren, also wieder zum Supermarkt, einen dritten kaufen ^^Der funktionierte dann schließlich ordnungsgemäß, konnte das Problem aber auch nicht lösen. Daraufhin riefen wir den Hausbesorger an, der kam 3 Minuten später von der Nebenstiege daher. Null Unterschied zum klassischen österreichen Hausbesorger. Kurze Hose und ärmelloses Unterleiberl tragend, Wampen, Zigarette im Mund und einen ärgeren Dialekt sprechend meinte er dass man da eine Firma rufen müsse. Sein fragwürdiges Sachwissen reichte hierfür anscheinend aus, womit sich sein Aufenthalt im Wesentlichen auf diese Feststellung und dem Hineinwerfen des Tschickstummels in mein Klo beschränkte. Gut, wir riefen daraufhin eine Firma an und ließen einen Arbeiter vorbei kommen. Doch bis der kam vergingen 45 Minuten und ich beschloss daweil die Wohnung ein bisschen zamzuputzen (da die Vormieterin die Wohnung in einemmehr oder weniger katastrophal dreckigen zustand hinterlassen hatte). Die Agentin lebte ihren Mutterinstinkt aus indem sie mir liebevoll beim Putzen half, während sich ihr Kollege auf meinem Laptop alle möglichen Musikvideos ansah – nahezu ausschließlich jene mit leicht bekleideten Frauen, was zu einem kleinen Eklat zwischen ihm und der Agentin führte, aber das ist eine andre Geschichte. Wie auch immer, nach 45 Minuten war der Typ von der Firma endlich da und versuchte zunächst mit einem langen biegsamen Rohr das Abflussrohr zu reinigen – ging nicht. Daraufhin musste die ganze Toilette aus der Verankerung gerissen werden, ich hab geglaubt mich trifft der schlag. Die Aktion hat ca eine weitere Stunden gedeauert, mittlerweile hab ich der Agentin und ihrem Kolegen Bilder von Wien gezeigt du mir Komplimente von der Agentin anhören lassen dürfen, wie schöne Augen ich nicht hab (nämlich nicht typisch asiatisch braun). Leicht irritierend war die Tatsache, dass sie mich gleich darauf gefragt hat ob ich schon verheiratet bin ^^Naja,auf jeden Fall war nach einer Stunde das Klo repariert und meine Geldbörse war 150 Kuai leichter. Mittlerweile war der Michi auch schon wieder vom Beihai Park zurück und die Kloaktion war nach ca 5 Stunden beendet. Um den Tag nicht endgültig nur zu Hause zu veringen beschloss ich mit Amy (die Kanadierin) und ihrer Zimmerkollegin aus dem Studentenheim (eine Koreanerin) noch etwas essen zu gehen. Im Restaurant erwies sich die Koreanerin (hab leider ihren Namen vergessen) als überdurchschnittlich trinkfest – ich mein sie is eine Frau UND Asiatin! – und irgendwie floss der Alkohol so schnell, dass wir dann noch spontan beschlossen zum Supermarkt zu rennen und eine Kiste Qingdao Bier zu kaufen um eine kleine Wohnungseinweihunsparty zu schmeißen. Hierbei wurde es dann mit den Trinkspielen richtig böse, das beste war, dass Amy am nächsten Tag um 8 in der Früh restfett den Einstufungstest schreiben musste :DZiemlich trashig war dann noch als wir etwas angeheitert ins Bett gegangen sind, den Fernseher aufgedreht haben und genau in dem Moment auf CCTV 9 ein einstündiges Interview mim Wolfgang Schüssel gesendet wurde. Naja, wir schliefen daher doppelt so schnell ein.Heute, Sonntag:Aus dem Ausschlafen wurde nix, um 8 war ich bereits munter. Was aber nicht so schlimm war, da ich sowieso mein Testergebnis abholen musste. Gut, auf zur Uni, meine Klasseneinteilung abgeholt. Demnach beginnt mein Semester nicht schon am Montag, sondern erst am Dienstag, also noch ein Tag mehr frei :)Zu Mittag traf ich mich mit Amy um zum Houhai Lake zu gehen. Der Vorteil von dem gestrigen verregnteen Tag war, dass es heute komplett blauen Himmel mit keinen Wolken gab, was WIRKLICH selten in Beijing ist! Ad Houhai Lake: Dabei handelt es sich um einen Teich im Stadtzentrum, rundherum nur alte Stadtviertel, also ganz alte traditionelle Bauweise (Hutongs), wirklich schön. Leider ist das ganze mit Touristen ziemlich überfüllt, dementsprechend auch die Preise in den um den See liegenden Lokalen. Nachher schlenderten wir noch ein wenig durch die Hutongs ehe ich dann schon mim Michi zusammen weiter Richtung Yis Eltern zu fahren, die wir auf ein Abendessen eingeladen hatten. Ein kleines Erfolgserlebnis gab es dann auch noch beim Nach Hause Weg, als ich zum Spaß probieren wollte ob ich jetzt vielleicht ENDLICH Geld mit meiner österr. Karte hier abheben kann (ist bisher nie gegangen). UND: es hat geklappt!! Hab mal gleich 1000 Kuai abgehoben, damit komm ich jetzt wieder ne Zeit lang über die Runden. Bezgl. Fotos: Habe ich schon ein paar gemacht, die besten davon (inkl Fotos von meiner Wohnung) könnt ihr euch im StudiVZ in meinen Fotoalben anschauen :)