Samstag, 1. November 2008

Formel 1, Frost & Melamim Skandal Part II

Heute ist Halloween und ganz Beijing ist verrückt nach diesem….naja sagen wir mal von mir nicht allzu sehr begrüßten Fest. Und ganz Beijing ist auch übertrieben. Eigentlich wird es nur von den Westlern hier gefeiert, und unter denen auch nur von den ganzen US Amerikanern und Kanadiern, der Rest feiert halt gezwungenermaßen mit, weil heut Wochenende is. Heut auf der Uni hab ich schon so viele Leute in Kostümen rumrennen gesehen und von jedem dritten bekommt man „Happy Halloween“ Glückwünsche. Find ich zwar nett, jedoch relativ seltsam, da ich die Happy Phrase vl. 3 mal im Jahr verwend: Frohe Weihnachten, Frohes Neues Jahr und Alles Gute zum Geburtstag und evtl zu Ostern. Naja, Leben und leben lassen, auf jeden Fall wird das heute das erste Wochenende sein, an dem ich nicht fortgehe, seit ich in Beijing bin. Und das ist auch gut so, da ich kommende Woche von MO bis MI 5 Prüfungen hab. Es geht nicht darum, dass ich am Abend was lernen würde. Aber es geht einfach darum, dass der nächste Tag einfach dahin ist, wenn man schon mal erst um 14 Uhr aus dem Bett kommt. Noch dazu hat uns heute unser Lehrer gesagt, dass wir bei dem Test am Montag (dem schwierigsten) kein Wörtebuch verwenden dürfen, was ich echt lächerlich finde, da ich mittlerweile schon das dritte Jahr Chinesich lerne. Selbst wenn, was für einen Vorteil hab ich, wenn ich das Wörterbuch verwende? Was stört alle Lehrer dran? Die Grammatik muss ich ja sowieso lernen, die steht ja nicht da drin. Und man kann ja nicht allen Ernstes von mir verlangen, dass ich jedes einzelne Vokabel kann. Und speziell im Chinesischen ist es halt so, dass es spezielle Schlüsselwörter in einem Satz gibt, und wenn man die nicht weiß kann man die ganze Aufgabe nicht lösen. Außerdem studieren ich weder Dolmetschen, wo ich jedes Wort können muss, noch werde ich zu einer Übersetzungsmaschine „erzogen“. Naja wie auch immer, auf jeden Fall heißts jetzt doppelt so hart lernen.

Die vergangenen Wochen: Vor mittlerweile 2 Wochen war ich beim Formel 1 Grand Prix von Shanghai, was ziemlich cool, wenn auch chaotisch war. Zuerst bin ich mit dem Nachtzug nach Shanghai gefahren, dort am Donnerstag in der Früh angekommen. Gewohnt hab ich am Campus der Shanghai Daxue, da die Zimmer dort relativ günstig sind und eine Freundin von mir dort studiert. Am Freitag in der Früh hab ich mich dann auf den Weg zur Rennstrecke gemacht. Es war halt leider etwas chaotisch diesen zu finden, da weder auf der Internetseite der Formel 1 noch auf der Seite des Rennstreckenbetreibers IRGENDEIN Wort über den Shuttle Bus verloren wurde. Mir war aber klar, dass es einen geben MUSS, und durch einen mehr oder weniger großen zufall hab ich dann in der Shanghai Daily rausgefunden (!!), dass der Shuttle Bus von Punkt XY in Shanghai wegfährt. Gut. Am Stadtplan nachgescgaut wo das is, GOTT SEI DANK ist dort ne Ubahn hingefahren. Gut, mit der sauteuren Ubahn hingefahren doch dort ging das Chaos weiter. Natürlich nirgends was angeschrieben, als ich aus der Ubahnstation rausging musste ich mich bei 100 Leuten durchfragen wo der Shuttle Bus wegfährt. Doch nach ca 15 Minuten war auch dieses Problem gelöst und ich konnte mich für schlappe 50 Kuai bequem zur Strecke transportieren lassen. Dort angekommen ging das Chaos hedoch weiter. Zunächst einmal damit, dass der Bus genau am anderen Ende der Rennstrecke stehenblieb anstatt beim Haupteingang. Gut. 20 Minuten um das Riesengelände rumhatschen und dabei hunderte Chinesen abwimmeln, die dir versuchen irgendwelche gefälschten Fanartikel anzudrehen. Beim Haupteingang hieß es dann jedoch den Ticketschalter suchen. Da ich meine Karten im Internet bestellt hatte musste ich meine Gutscheine beim Ticketschalter in echte Renntickets umtauschen. Der Ticketschalter hatte original die Größe von einem „Dixi-klo“ und war natürlich nirgends angeschrieben. Die Orientation Map war auch dermaßen unbrauchbar, dass eine Odyssee durchs Renngelände unvermeidbar war. Doch nach ca 30 Minuten Sucherei war auch das beendet. ENDLICH konnte ich meinen Platz beziehen. Mein Sitz war echt super. Auf der Start/Ziel Gerade genau bei der ersten Kurve und vl.5 Meter von der Strecke entfernt :)

Da ich schon ziemlich zeitig in der Früh dort war konnte ich mir auch das volle Rahmenprogramm bis 17 Uhr nachmittags geben, ehe ich dann zurück in die Stadt fuhr und genau zur Rush Hour auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen war. Ich mein, ich glaubte ja in Peking schon alles in dieser Hinsicht erlebt zu haben, aber in Shanghai machte ich komplett neue Erfahrungen. Speziell als es darum ging in meinen Bus zur Uni einzusteigen. Ich mein das is eine Linie, die von unglaublich vielen Leuten genutzt wird, weil keine andre Linie den Zielort anfährt. Trotzdem kommt der Bus nur ca alle 20 Minuten und is beim Ankommen schon gerammelt voll. Gut. Den ersten Bus durfte ich mal fahren lassen, nachdem ich 20 Minuten gewartet hatte, weil echt niemand mehr reinpasste. Nach summa summarum 45 Minuten warten (!) konnte ich mich dann noch als letzte Person in den Bus reinquetschen – und wenn ich quetschen sage dann meine ich das auch, es war ca so wie in diesem einen berühmten Youtube Video von der japanischen Ubahn. Der Vorteil daran: Man musste sich nicht festhalten, da selbst bei einer Vollbremsung oder bei einer Vollbeschleunigung überhaupt kein Spielraum mehr war und man wirklich wie angenagelt in der Masse war.
Naja, Am Abend ging ich dann noch mit ein paar Leuten weg, was insofern ziemlich fatal war, als dass am nächsten Morgen mein Wekcher (warum auch immer) nicht läutete und ich erst um 11 aufwachte (!). Gut. Damit war mal klar, dass ich nicht öffentlich zur Strecke kommen konnte, da dies 2,5 Stunden benötigte. Also raus aus dem Bett, auf die Straße und das nächste Taxi geholt. Dann musste ich mal dem Taxi Fahrer klar machen wo die Rennstrecke is (ich, als jemand aus Peking, einem Shanghaier Taxi Fahrer!). trotzdem hat der gar nix gecheckt. Gut. Daraufhin sind wir zu ihm nach Haus gefahren (for free natürlich) und ich hab mit seiner Tochter geredet, da die ein bissl Englisch konnte. Doch das half auch nix weiter, ich habs dann mit Chinesisch probiert und im Endeffekt kam raus, dass sich die Tochter offenbar besser auskannte als ihr Vater ^^. Gut, noch gerade rechtzeitig zum Qualifiying auf die Strecke gekommen. Der restl. Tag war üblicher Rennalltag auf der Tribühne, Rahmenprogramm bis zum Schluss schauen, dann wieder mit dem Shuttle Bus zurück in die Stadt.

Sonntag Renntag war einach nur geil. Der Laden war gerammelt voll und die Stimmung war einfach sau leiwand. Ich saß zwar im Ferrari Sektor, jedoch saßen bei mri 5 Briten, die alle wie ich McLaren Fans waren, dementsprechend haben wir für Stimmung gesorgt ;) Das einzige was mich wirklich angegangen ist war die Bier Versorgung. Auf den Tribühnen selbstwurde zwar vom Ohrenschutz bis zu Feldstechern alles verkauft, aber kein Bier! Man musste also jedes mal die Tribühne verlassen um sich teureswarmes Bier an einem überfüllten Verkaufsstand zu holen. Schließlich war es nur eine Frage der Zeit, bis das Bierausverkauft war (!), ich glaub da haben die Veranstalter die Fans wirklich zu sehr unterschätzt. Folgedessen blühte zunächst der Handel unter den Fans und man war gern bereit einem anderen Fan einen kleinen Aufpreis für dessen Biervorrat zu zahlen. Doch irgendwann hatten nicht mal die Fans mehr Bier. Gut. Es war ca 20 Minuten vor Rennbeginn und es war kein Bier da, also ABSOLUTES Horrorszenario. Also beschloss ich mal mich auf die Suche zu machen. Gut, die Getränkestände waren ausverkauft, aber wenn man zum Zaun des Rennareals ging, waren dort 100 Chinesen, die einem wieder Fanartikel andrehen wollten. Gut dachte ich mir, da wird ja wohl einer so schlau sein und auch Bier verkaufen. Und wirklich! Da gab es einen Typen, der Bier en masse dabei hatte. Gut gleihc zu dem hin, das Bier (in größeren Dosen!) zu einem im Vgl zur Rennstrecke extrem niedrigen Preis gekauft. Hab gleich eine Palette Bier gekaft, 5 Bier für mich reserviert. Den Rest hab ich dann auf der Tribühne zu doppelten Preis den Fans verscherbelt, war also im Endeffekt ein echt gutes Geschäft :)

Naja. Danach war ich noch einen Tag in Shanghai mich ausruhen ehe es dann am Dienstag mit dem Highspeed Zug (statt 12 Stunden nur 10 Stunden Zugfahrt :) )wieder zurück ins kalte Beijing ging.

Womit wir auch schon beim nächsten und letzten Thema für diesen Blogeintrag wären. Mittlerweile hat der Herbst in Peking schon voll eingesetzt. Es hat in der Früh ca 5 Grad un untertags kommt es mit Mühe noch auf 15 Grad, was sich allerdings wie 10 anfühlt da meist ein eisiger Wind geht.Dafür haben wir fast jeden Tag blauen Himmel. Der Nachteil an diesen ganzen Temperaturschwankungen ist, dass die Heizungen in China von der Partei reguliert werden, sprich die Partei bestimmt wann die Heizungen eingeschaltet werden (das ist im Moment der 15. November). Bis dahin heißt es frieren, vor allem in der Nacht ist es mittlerweile so kalt (trotz geschlossener aber anscheinend undichter Fenster/Bauweise), dass ich gezwungen bin in meinem Militärschlafsack zu schlafen. Auch gegen Abend muss ich im Pullover und mit Schuhe dasitzen, weil es einfach so kalt is. In der Uni ist es auch normal, wenn in der Klasse alle mit den Wintermänteln sitzen und der Lehrer seinen Vortrag im Wintermantel hält. Naja. Jetzt heißts noch 2 Wochen frieren :)

Ein Thema ist derzeit wieder ganz aktuell. Der Melamim Skandal, der im September in aller Munde war, hat sich nun ausgebreitet.War im September Melamim nur in chinesischen Milchprodukten gefunden worden, wurde jetzt auch in Fleisch und Eiern Melamim gefunden, da der Stoff anscheinend den Tieren zum Fressen gegeben wurde! In China selbst ist noch nichts offiziell, ich habs selber erst vor 2 Stunden von einem Freund erfahren, der es auf der BBC Homepage gelesen hat. Bin echt gespannt was sich in der Hinsicht jetzt tun wird.

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