Freitag, 14. Mai 2010

Willkommen im 21. Jhdt

In den Mittagsnachrichten des staatlichen TV Senders CCTV wurde soeben stolz verkündet, dass das Internet in der chines. autonomen Provinz Xinjiang wieder vollständig einsatzbereit ist. Hintergrund: Aufgrund der Xinjiang Unruhen anno 2009 wurden verschiedenste Kommunikationsmittel wie Telefon und Internet seitens der Regierung zunächst stark behindert bzw. komplett unbrauchbar gemacht - im Sinne von total blockiert. So waren mehrere Monate lang keine Ferngespräche via Telefon aus/nach Xinjiang möglich, ebenso musste die ganze Provinz fünf Monate lang ausnahmslos ohne Internet auskommen (!!). Die Regierung erhoffte sich dadurch die Kommunikation unter muslimischen Terroristen einzuschränken. Es war auch zu jener Zeit, als das Internet in der gesamten Volksrepublik massiv eingeschränkt und der Zugriff auf populäre Webdienste wie Twitter und Facebook bis heute geblockt wurde – Terroristen von heutzutage organisieren Anschläge ja großteils über soziale Onlinenetzwerke, hieß es damals.

Doch aus Rücksicht auf das Recht auf Informationsfreiheit habe man nun knapp ein Jahr später sämtliche Telefon- und Internetleitungen in Xinjiang wieder komplett freigegeben (Letzteres natürlich mit den nach wie vor obligatorischen Zensurmaßnahmen) und man dankt der Bevölkerung für ihr Verständnis. Na Gott sei Dank. Vielleicht ist das Motto der diesjährigen Expo nun auch letztendlich bis zur Regierung vorgedrungen. In einer Stadt mit modernen Kommunikationsmitteln lebt es sich nunmal einfach besser. Better City, Better Life eben.

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