Soeben hatte die Zeichentrickserie „海宝来了“ (Haibao ist gekommen) auf dem Kinder TV Kanal Kaku Premiere. Und im Mittelpunkt der Serie steht – wie der Titel bereits erahnen lässt – das Maskottchen der diesjährigen Expo: Haibao. Doch mit der Expo selbst hat die Serie herzlich wenig gemeinsam.
Zwar ist der Plot im heutigen Shanghai angesiedelt, anstatt sich allerdings mit in der Expo offiziell propagierten Themen wie alternativer Energie oder Nachhaltigkeit zu befassen, ist Haibao mithilfe drei Shanghaier Kleinkinder und einem Baby-Dinosaurier (!!) damit beschäftigt den immer wiederkehrenden Bösewicht – einen Zauberer und dessen Rabe - aus der Stadt zu verjagen. Ganz im Mittelpunkt steht der Hauptakteur Haibao selbst, der als kleines blaues knuddeliges Etwas vor dem China Pavillon auf Wiesen Schmetterlingen nachrennend dargestellt wird. Am Ende einer Epsiode fragt Haibao die Zuschauer völlig aus dem Kontext gerissene Fragen, wie z.B.: „Liebe Freunde, kennt ihr euch mit der Kultur der Stadt Suzhou aus? Nein? Na dann kommt doch einfach zur Expo in den Suzhou Pavillon und informiert euch dort…“. Im Hintergrund flimmern die uns bekannten eindrucksvollen Nachtaufnahmen verschiedenster Expo Pavillons über den Schirm. Nach den Credits folgt dann auch noch gleich ein Expo Werbespot, die Vermarktung ist perfekt. Mehr ist es auch nicht, simple vom Steuerzahler finanzierte Werbung in Form einer Zeichentrickserie. Schade.
Denn grundsätzlich hätte eine an die Expo angelehnte Serie, die Kinder auf Umweltproblematiken (speziell in China ja ein ernstzunehmendes Problem) aufmerksam macht, durchaus Potential. Stattdessen zieht man es aber lieber vor mit Werbekampagnen Kinder mitsamt deren Eltern zur Expo zu locken um so die in letzter Zeit immer entäuschenderen Besucherzahlen zu schönen – Kinder sind ja bekanntlich relativ leicht für etwas zu begeistern. Und selbst wenn dadurch ein paar zusätzliche Haibao-Stofftiere unter die Leute gebracht werden können, gibt es eine (wenn auch geringe) Profitsteigerung. Niemand verlangt überforderndes Bildungsfernsehen für Kleinkinder. Aber Serien wie „Es war einmal der Mensch“ oder „Als die Tiere den Wald verließen“ wurden dem Begriff „Bildungsfernsehen“ wenigstens noch halbwegs gerecht.
Hey Ingo, bin ganz deiner Meinung. Etwas mehr "Es war einmal der Mensch" wär für die heutigen Zeichentrickfilme gar nicht mal so schlecht. Ich zumindest hab die Serie geliebt, genauso wie "Es war ein mal das Leben". Von "Als die Tiere den Wald verließen" hatte ich sogar Comic-Hefte ;-D
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